Somalia

Heftige Kämpfe in Mogadischu - Ärzte ohne Grenzen behandelt 127 Verwundete innerhalb von drei Tagen

In der vom Krieg verwüsteten somalischen Hauptstadt Mogadischu wird seit Montag, dem 23. August, wieder heftig gekämpft. Ärzte ohne Grenzen hat im Daynile-Krankenhaus am Rande der Stadt von Montag bis Mittwoch 127 Verwundete behandelt. Das ist in diesem Jahr der größte Zustrom an Verwundeten in so kurzer Zeit.

Ärzte ohne Grenzen schickt zusätzliche Medikamente und medizinische Ausrüstung zur Unterstützung der Teams in das Krankenhaus. Ein dritter somalischer Chirurg wird ab Donnerstag das Team ergänzen, das seit Montag rund um die Uhr arbeitet.

"Unsere Mitarbeiter in Somalia behandeln die Kriegsverletzten und tun ihr Bestes, den großen medizinischen Bedarf in dieser zunehmend unberechenbaren Situation zu decken", sagt Thierry Goffeau, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Wir sind auf Lieferungen mit zusätzlichen medizinischen Gütern angewiesen und haben Zelte außerhalb des Krankenhauses errichtet, um den Patientenansturm zu bewältigen."

Alle Verwundungen sind die Folge von Explosionen oder Schussverletzungen. Die Menschen leiden unter verschiedenen Verletzungen, überwiegend des Bauchs, der Extremitäten und des Brustkorbs. Bisher benötigten 22 Patienten sofortige chirurgische Eingriffe. Acht Patienten sind an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben.

"Dank der harten Arbeit unserer Mitarbeiter in Mogadischu können wir für die somalische Bevölkerung weiterhin lebensrettende chirurgische Hilfe inmitten der Kämpfe leisten", sagt Goffeau.

Ärzte ohne Grenzen betreibt zurzeit in acht Regionen im Süden Zentralsomalias Hilfsprogramme. Mehr als 1.300 somalische Mitarbeiter, die von etwa 100 Mitarbeitern in Nairobi (Kenia) unterstützt werden, leisten Basisgesundheitsversorgung, behandeln Tuberkulose und Mangelernährung, führen chirurgische Maßnahmen durch und kümmern sich um Wasser- und Hilfsgüterverteilungen an Vertriebene.

Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Arbeit in Somalia keine institutionellen Gelder. Alle Projekte werden ausschließlich mit privaten Spenden finanziert.