Sudan

Bei Protesten gegen Wahlergebnisse im Süden des Landes gibt es Schwerverletzte - Ärzte ohne Grenzen übernimmt Versorgung

Auf Bitten des Gesundheitsministeriums evakuierte ein medizinisches Team von Ärzte ohne Grenzen am Samstagmorgen im Bundesstaat Unity im Südsudan drei Patienten mit Schussverletzungen. Die Patienten waren bei Protesten nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse über den lokalen Radiosender am Freitag schwer verwundet worden. Bei den Wahlen im Bundesstaat Unity geht es um die Besetzung des Gouverneursamtes.

Die Patienten sind im Krankenhaus von Bentiu von Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums bereits stabilisiert worden. Per Flugzeug sind sie dann von Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen in das von der Organisation betriebene chirurgische Krankenhaus in Leer, 110 Kilometer südlich von Bentiu, gebracht worden. Dort erwartete sie ein Chirurgen-Team, das sie aufgrund ihres lebensbedrohlichen Zustands sofort operiert.

"Unsere chirurgischen Teams in Südsudan halten sich für Fälle wie diesen stets bereit", sagt Ross Duffy, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. "Die Patienten hatten Glück, dass wir ein Flugzeug in der Nähe hatten und so schnell reagieren konnten. Unsere chirurgischen und logistischen Teams sind zusammen mit den Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums weiterhin auf Notfälle vorbereitet."

In den vergangenen Wochen hat Ärzte ohne Grenzen die bestehenden chirurgischen Kapazitäten durch zusätzliche Chirurgen und Anästhesisten aufgestockt und chirurgische Ausrüstung und Materialien bereit gestellt.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1979 im Südsudan tätig. Die Organisation betreibt derzeit Projekte in den Bundesstaaten Rotes Meer, Nord-Darfur, West- und Zentral-Äquatoria, Bahr-el-Ghazal, Warrap, Jonglei, Unity und Upper Nile sowie in der Gegend um die Stadt Abyei.