Mittelmeer

22 Tote aus Flüchtlingsboot geborgen

Auf Plastikbooten versuchen die Menschen das Mittelmeer von Libyen aus nach Italien zu überqueren.

Bei einem Einsatz im zentralen Mittelmeer hat das gemeinsame Team von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranée am Mittwoch die Leichen von 21 Frauen und einem Mann geborgen. 209 Menschen wurden von der Mannschaft auf dem Rettungsschiff  „MV Aquarius“ aus zwei Booten gerettet.

„Als unser Team sich dem ersten Boot näherte, entdeckte es die Toten, die in einer Lache aus Treibstoff lagen“, beschreibt Jens Pagotto, Leiter der Rettungseinsätze von Ärzte ohne Grenzen. „Die Überlebenden hatten mehrere Stunden neben den toten Körpern verbracht. Viele von ihnen sind  zu traumatisiert um darüber zu sprechen, was geschehen ist. Es ist noch unklar, wie die Menschen genau gestorben sind.“

„Was feststeht ist, dass diese Tode unnötig sind“, so Pagotto. „Maßnahmen, die darauf abzielen Flüchtende fernzuhalten, funktionieren nicht. Wie viele Leben müssen noch verloren gehen bevor Menschen, die Hilfe und Schutz benötigen, eine sichere Alternative geboten wird?“

Unter den 209 Geretteten, die von der „MV Aquarius“ aufgenommen wurde, befanden sich 32 Frauen sowie 50 Kinder. 45 der Kinder waren ohne Eltern oder Aufsichtsperson unterwegs. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen an Bord des Schiffes leisten für die Überlebenden eine medizinische Erstversorgung.