Mitarbeiterporträt: Sabine Breisacher, Krankenschwester

Pflegepersonal

Kurzprofil

Einsatzland: Südsudan
Alter: 51

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Intensivstation und Anästhesie im St. Josefs-Krankenhaus in Freiburg

Ausbildung:

Fachkrankenschwester Anästhesie – Intensiv 

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2018 Südsudan 
2019 Südsudan

Sprachkenntnisse:

Für meine Einsätze im Südsudan brauchte ich Englischkenntnisse. Vor meinem ersten Einsatz hatte ich Angst, dass meine Sprachkenntnisse nicht ausreichen. Aber mit einem Englischbuch und der täglichen Praxis hat sich das schnell gebessert. 

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Ich habe englische Romane gelesen, um mein Englisch zu verbessern, war aber meistens nach der Arbeit ohnehin zu müde, um viel zu lesen. 

Musik, die ich gehört habe:

Ich habe mir einen bunten Mix aus Liedern zusammengestellt. 

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Ich war in Lankien im Südsudan für ein Krankenhaus mit 80 Betten verantwortlich. Das heißt, ich habe z.B. Personal eingestellt und war dafür verantwortlich, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pünktlich zur Arbeit kommen. Außerdem lag es in meiner Verantwortung, dass die Hygienestandards eingehalten werden. Zusätzlich habe ich Schulungen und Trainings gegeben und einmal pro Woche habe ich einen Bereitschaftsdienst über Nacht übernommen.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht? 

Ab und an - wenn es nicht zu heiß war – habe ich Gymnastik gemacht oder bin Joggen gegangen. Oft habe ich mit den Kolleginnen und Kollegen Uno gespielt. 

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Ich habe so viel gelernt. Etwa, dass es kein richtig oder falsch gibt – nur ein anders. Oder dass man manche Dinge immer bis zum Ende denken und alle Eventualitäten einplanen muss – auch solche, die einem nicht sofort einfallen. Sehr bewundert habe ich die offene, freundliche Art der Menschen, die eigentlich gar nichts besitzen. 

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Manchmal hat mir ein Eis gefehlt - oder einfach nur in den Supermarkt gehen zu können und das zu kaufen, was ich gerade essen wollte. Und natürlich haben mir Freunde und Familie gefehlt. 

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Wieder weg!!!

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Eigentlich gab es jeden Tag eine schöne Erinnerung. Aber eines meiner schönsten Erlebnisse war dieses: Ein Kind kam mit einem Krampfanfall in die Notaufnahme. Plötzlich hörte es auf zu atmen. Wir beatmeten es mit einem Beatmungsbeutel über 45 Minuten lang. Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben. Plötzlich schlug es die Augen auf, atmete und lächelte uns an.