Mitarbeiterporträt: Karl Breuer, Logistiker

Logistik Technik

Kurzprofil

Alter: 67

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

IBM Consulting, Industrieberater auf dem Gebiet Supply Chain Management, Projektleiter für Software-Entwicklung und -Implementierung in der Automobilindustrie

Ausbildung:

Elektromechaniker Fachrichtung Elektronik, Diplom als Wirtschaftsingenieur  FH

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2015 / 2016 Haiti

Sprachkenntnisse:

Durch meine Einsätze in internationalen Projekten verfügte ich bereits über gute Englischkenntnisse. Meine Französischkenntnisse aus der Schulzeit hatte ich durch einen Intensivkurs in Frankreich aufgefrischt und verbessert. Beim meinem ersten Einsatz in Haiti habe ich mein Französisch weiter gefestigt und erste Lernerfolge im haitianischen Kreol erzielt.

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

„Das verlorene Paradies“ von Philipp Lichterbeck. Es schildert auf unterhaltsame Weise wichtige Ereignisse der historischen Entwicklung Haitis sowie die Situation im Zusammenhang mit der Dominikanischen Republik.

Musik, die ich gehört habe:

Mark Knopfler, Latin Jazz, Merengue und Bachata aus der Region

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

In Port au Prince in Haiti war ich in einer Geburtsklinik eingesetzt, in der ausschließlich Frauen entbinden, die Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt haben. Das sogenannte CRUO (Centre de References Urgences Obstetricales) hat ca. 150 Betten. Bereits morgens gegen sechs Uhr hieß es aufstehen. Um diese Zeit erwacht das Leben in Port au Prince, begleitet von einer bunten Geräuschkulisse. Ich frühstückte mit anderen 'Earlybirds' unseres Teams, und dann ging es ab in die 400 Meter von unserem Wohnhaus entfernte Klinik. Meine haitianischen Kollegen sind vor sieben Uhr bereits da und bringen sich mit viel Spaß in Arbeitslaune für den neuen herausfordernden Tag. Mein Verantwortungsbereich als Allround-Logistiker umfasste: Materialbeschaffung, Technik, Transporte und Fahrer, Sicherheit und Wachpersonal sowie Küche und IT. 

Einige Highlights während meines Einsatzes waren die Planung des langfristigen Budgets und die Bestellungen sämtlicher Materialien, die später zentral aus Amsterdam angeliefert werden. Auf der technischen Seite wurden neue Generatoren und Fahrzeuge in Betrieb genommen, ein neues Lagergebäude aufgebaut, Stützmauern zum Flussufer erneuert, Dieseltanks mit Pumpen und Zählwerken an die Generatoren angeschlossen und medizinische Geräte ausgetauscht. Neben geplanten Aufgaben ist der Alltag sehr stark von Ereignissen getrieben. Geräte fallen aus, Starkregen dringt in Gebäude ein, Generatoren fallen aus etc. In diesen Fällen konnten wir im Team unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen und uns über Erfolge freuen.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Das Freitagabend-Bier mit Kolleginnen und Kollegen, Kirchenbesuche in Freud und Leid,  gelegentlich Essen im Restaurant, Grillabende auf der Dachterrasse, Wanderungen in den nahegelegenen Bergen sowie zwei Tagesfahrten zum Meer.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Die unkomplizierte und positive Art der Haitianer sowie deren Fähigkeiten, Probleme mit einfachen Mitteln zu lösen. Das Leben und Arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedensten Ländern.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Die Möglichkeit, sich frei und ungehindert in der Natur bewegen zu können. Verschiedene Arten, Sport zu treiben.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Einen weiteren Projekteinsatz mit Ärzte ohne Grenzen in Afrika anzugehen.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Es war für mich schön, hautnah am Klinikbetrieb teilzunehmen und die vielen Neugeborenen mit ihren Müttern zu beobachten. Es war sehr schön, als Logistiker täglich gebraucht zu werden und Teil einer wichtigen Arbeit zu sein.