Mitarbeiterinnenporträt: Rosa-Maria Mallard, Kinderkrankenschwester

Pflegepersonal

Kurzprofil

Alter: 65

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Leitung der Neugeborenenstation in einem Krankenhaus in Hilden

Ausbildung:

Kinderkrankenschwester, Fachkrankenschwester für Intensivmedizin, 2 Jahre Einsatz für den Deutschen Entwicklungsdienst in der Elfenbeinküste

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2010 Haiti

2016 Südkivu (Demokratische Republik Kongo)

Sprachkenntnisse:

Ich war glücklich über meine guten Französisch Kenntnisse. Sie haben mir den Kontakt mit den einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern enorm erleichtert. Meine Basiskenntnisse im Englischen möchte ich unbedingt verbessern, da das die Organisationssprache bei Ärzte ohne Grenzen ist und ich dann auch die Möglichkeit hätte in einem englisch-sprachigen Land eingesetzt zu werden.

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

„Unter einem falschen Himmel“ von Radhika Phuyal und „Mein Glück kennt nicht nur helle Tage“ von Gabriele Noack

Musik, die ich gehört habe:

Wenn ich allein war, habe ich viel klassische Musik gehört, sonst auch alles andere, was gerade von meinen Kolleginnen und Kollegen gehört wurde. Das waren sehr unterschiedliche Musikstile, da verschiedene Nationen und Altersgruppen im Team vertreten waren.

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Das Krankenhaus, in dem ich gearbeitet habe, war ein staatliches Krankenhaus, welches von Ärzte ohne Grenzen finanziert wird. Wir waren dort, um das Personal dabei zu unterstützen, die Pflege der Patientinnen und Patienten und die Verwaltung des Krankenhauses eigenständig zu übernehmen.

In der Regel war ich an sechs Tagen die Woche von morgens um acht bis nachmittags halb sechs im Krankenhaus. Meistens mit einer Stunde Mittagspause, da unsere Unterkunft nur zehn Minuten Fußweg entfernt war. Morgens bin ich zuerst durch alle Abteilungen gegangen, um die Mitarbeiter zu begrüßen und zu erfahren, welche Probleme des Vortages gelöst wurden und welche neu aufgetreten waren. Danach hat sich dann der folgende Tagesablauf gerichtet. Ich habe kontrolliert, ob die Pflege der kleinen und großen Patienten nach Anordnung durchgeführt und Hygieneregeln beachtet wurden. Dabei war das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr wichtig, da ich so viel von ihren Sorgen erfahren habe und dadurch Probleme besser einordnen konnte. Ich bin immer dort eingesprungen, wo es gerade nötig war.

Oft war ich bis zum frühen Nachmittag damit beschäftigt, die Verlegung der Kinder zu organisieren, denen es schon besser ging und die deshalb in unserem Zeltkrankenhaus, rund sieben Kilometer entfernt, weiter behandelt werden konnten.

Daneben gab es feste Termine für wöchentliche Meetings und Teambesprechungen, die Verteilung von Lebensmitteln an die Tuberkulose- oder HIV-Patienten, sowie für Bestellungen und Statistiken.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Wir haben oft abends im Freien zusammen gesessen, geredet, Musik gehört oder einen Film angeschaut. Viel Zeit habe ich im Internet verbracht, um mit zuhause in Verbindung zu bleiben. Sonntags haben wir immer gemeinsam gekocht und gegessen und eine Kollegin hat uns eine Yogastunde gegeben. Manchmal sind wir einfach auch einige Kilometer gelaufen oder mit dem Boot auf den See gefahren, um ein wenig zu schwimmen.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Die gute Gemeinschaft mit den Kolleginnen und Kollegen und der rege Gedankenaustausch mit ihnen waren mir sehr wichtig. Beeindruckt hat mich zudem die Fröhlichkeit der Menschen vor Ort - trotz der schweren Bedingungen unter denen sie leben müssen.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Die Möglichkeit regelmäßig Sport zu treiben und einfach Laufen zu gehen, wenn mir danach ist. Meine Familie habe ich vor allem am Weihnachtsabend sehr vermisst.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich möchte möglichst bald wieder mit Ärzte ohne Grenzen in ein Projekt reisen.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Da gab es so viele! Besonders schön war es, als wir am Weihnachtstag nachmittags in unser Zeltkrankenhaus gefahren sind, um unseren kleinen Patienten mit Ihren Müttern ein frohes Fest zu wünschen. Sie haben für uns gesungen und getanzt und zum Schluss haben wir gemeinsam, jeder in seiner Sprache, das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen.