Dr. Judith Emmerich, Unfallchirurgin

ChirurgInnen

Kurzprofil

Alter: 42

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Universitätsmedizin Rostock, Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Ausbildung:

  • Physiotherapeutin
  • Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin und manuelle Medizin

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2016 in Haiti

Sprachkenntnisse:

Englisch

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Still von Susan Cain

Musik, die ich gehört habe:

Alles, was auf dem MP3 Player gespeichert war und vieles, was die internationalen Kollegen mitgebracht haben.

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Ich habe als Unfallchirurgin in einem Krankenhaus in Tabarre in Port-au-Prince gearbeitet. Das Krankenhaus ist auf chirurgische Notfälle spezialisiert. Ein Team aus nationalen und internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgt rund um die Uhr für eine kostenfreie medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Jeden Tag kamen zahlreiche Patientinnen und Patienten in die Notaufnahme. Die meisten stellten sich mit Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen vor. Wir behandelten aber auch viele Patienten, die bei Gewaltverbrechen Schuss- oder Messerstichverletzungen davongetragen hatten.

Jeden Morgen fuhr ich mit den internationalen Kollegen gemeinsam in die Klinik. Zunächst starteten wir mit unserer morgendlichen Teambesprechung. Zusammen mit unseren haitianischen Kollegen arbeiteten wir entweder in einem der vier Operationsräume, auf einer der beiden chirurgischen Stationen, im Poli-OP oder in der Notaufnahme.

Die Versorgung von Knochenbrüchen, aber auch von Knochenentzündungen (Osteitis) und fehlverheilten Knochenbrüchen war ein Hauptbestandteil der täglichen Arbeit im OP.

Neben den unfallchirurgischen Aufgaben war ich für die Zusammenarbeit zwischen der Physiotherapieabteilung und der Unfallchirurgie und für die Ausarbeitung von physiotherapeutischen Nachbehandlungskonzepten zuständig.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Abends haben wir zusammen mit dem internationalen Team den Arbeitstag in der Wohnanlage von Ärzte ohne Grenzen ausklingen lassen. Unter der Woche war Ausgehen nach Sonnenuntergang aufgrund der Sicherheitsregeln nicht möglich. Sonntags haben wir hin und wieder einen Ausflug in die Berge oder ans Meer gemacht.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Die Teamarbeit und den Austausch mit den nationalen und internationalen Kollegen habe ich am meisten geschätzt.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Familie und Freunde und die Möglichkeit, mal spontan eine Runde Laufen zu gehen.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Zunächst weiter in meinem Team in Rostock zu arbeiten und hoffentlich noch einige Male für Ärzte ohne Grenzen als Unfallchirurgin aktiv werden zu können.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Der  Zusammenhalt des Teams ist die schönste und wertvollste Erinnerung.