Mitarbeiterinnenporträt: Eva Wunderlich, Ärztin / Internistin

ÄrztInnen

Kurzprofil

Einsatzland: Sierra Leone
Alter: 35

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Vivantes Klinikum Neukölln - Berlin, Abteilung für Innere Medizin - Pneumologie und Infektiologie

Ausbildung:

Fachärztin für Innere Medizin

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2018 Guinea
2019 Sierra Leone

Sprachkenntnisse:

Ich spreche Deutsch, Englisch und Französisch. In Guinea habe ich mich sowohl mit den nationalen als auch mit den internationalen Kolleg*innen auf Französisch verständigt. Vor Projektbeginn habe ich noch einen einwöchigen Auffrischungskurs für meine Französischkenntnisse gemacht. In Sierra Leone habe ich Englisch gesprochen.

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Ich habe während meines letztes Einsatzes ‘Things Fall Apart’ von dem Nigerianer Chinua Achebe gelesen. Es zählt zu den Klassikern der afrikanischen Literatur und ich kann es wärmstens empfehlen.

Musik, die ich gehört habe:

In Guinea habe ich viel Zeit im Auto verbracht, um die entlegenen Dörfer und Gesundheitszentren zu besuchen und unsere Chauffeure hatten immer einen USB Stick mit Musik dabei. Ich habe viel Salif Keita gehört und eines meiner Lieblingslieder aus dieser Zeit ist ‘Loumo’ von Ba Cissoko.

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

In meinem letzten Projekt habe ich im Krankenhaus in der Pädiatrie gearbeitet. Ich war primär auf der Station für mangelernährte Kinder eingeteilt und habe dort zusammen mit den CHOs, den Community Health Officers, die Visite gemacht und nach unseren Patient*innen geschaut. In den Spätdiensten war ich dann als Ärztin für das gesamte Krankenhaus zuständig und habe auch die Notaufnahme und die Intensivstation mitbetreut. Zudem habe ich gemeinsam mit meinen internationalen Arztkolleg*innen Fortbildungen für unsere CHOs organisiert.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Meine Freizeit habe ich mit meinen Hausmitbewohner*innen und Kolleg*innen verbracht. Wir haben oft nach der Arbeit Fitness oder Yoga gemacht, haben zusammen gekocht und gegessen, Filme geschaut oder sind Essen gegangen. Am Wochenende haben wir öfters Wanderungen durch die umliegenden Dörfer und Regenwälder gemacht.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Ich habe meine nationalen Kolleg*innen besonders geschätzt. Beeindruckt hat mich ihre Motivation und Lebensfreude. Sie waren sehr wissbegierig, haben viele Fragen gestellt und das immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ferner ist der Austausch mit dem internationalen Mitarbeiter*innen immer eine Bereicherung.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Meine Freunde und meine Familie haben mir am meisten gefehlt.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich werde erst mal eine gewisse Zeit wieder in Deutschland arbeiten. Die westliche Medizin ist doch ganz anders. Gerade plane ich eine Rotation in die Onkologie. In der Zukunft würde ich gerne noch ein weiteres Mal mit Ärzte ohne Grenzen in den Einsatz gehen.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Ich erinnere mich noch gut an Mariatu, ein einjähriges Mädchen, die bei uns auf der Station für mangelernährte Kinder lag. Sie hat immer sehr ernst geschaut und niemand, selbst ihre Mutter nicht, konnte sie zum Lachen bringen. Am Tag, als sie dann entlassen werden sollte, hat sie endlich gestrahlt. Ihr Lachen war so ansteckend, dass das ganze Stationsteam mitlachen musste. Wir haben uns so gefreut, Mariatu war wieder gesund.