Mitarbeiterinnenporträt: Eva-Victoria Guha, Krankenschwester

Pflegepersonal

Kurzprofil

Alter: 29

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Marienhospital Stuttgart, im Bereich Anästhesie

Ausbildung:

Ausbildung zur Gesundheits-und Krankenpflegerin

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2016 in Jordanien

Sprachkenntnisse:

Englisch, Schwäbisch und Swahili - Swahili habe ich gelernt, als ich mit einer anderen Organisation in Tansania war.

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

„Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Musik, die ich gehört habe:

Eigentlich so ziemlich alles, was über meinen Streaming-Dienst verfügbar war. Allerdings recht viel deutsche Musik - Philipp Poisel zum Beispiel.

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Morgens bin ich mit dem Team zur Klinik gefahren. Ich war für die Anleitung des Pflegeteams in der stationären Abteilung zuständig. Nach dem Lesen der Emails habe ich immer zusammen mit den Pflegepersonal eine Patientenvisite gemacht, um zu erfahren, was in der Nacht passiert ist und was für den Tag geplant ist: Also zum Beispiel, welche Operationen anstehen und welche Medikamente verschriebene wurden. Jeden Tag fanden verschiedene Meetings statt, an denen ich teilgenommen habe. Außerdem mussten verschiedene Aufgaben erledigt werden: Ich habe unter anderem Urlaubsplanungen erstellt, Dienstpläne geschrieben, Mitarbeitergespräche geführt, Ärztevisiten begleitet, Bestellungen überprüft und die Aufnahmen und Entlassungen von Patienten geplant. Wenn wir dazwischen etwas Zeit hatten, war es auch sehr schön, sich noch näher mit den Patientinnen und Patienten zu beschäftigen. Wir haben dann mit den Kindern ein bisschen Quatsch gemacht oder uns auch einfach mal tiefer in die Geschichten der Patienten eingelesen. Jede einzelne Patientengeschichte war auf ihre eigene Art sehr bewegend.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Ich bin viel gereist, habe mir Jordanien angeschaut und mich mit den Menschen dort getroffen. Jordanien ist so wunderschön, und die Menschen sind so großartig, dass es eine wahre Freude ist, dieses Land und die Kultur kennenzulernen. Ansonsten habe ich gelesen, sonntags immer den Tatort geschaut und mich ab und zu per Videochat Zuhause gemeldet. Oft habe ich Zeit mit meinen Kollegen und Freunden verbracht. Und einmal habe ich ein Spätzle-Essen für die jordanischen Kolleginnen und Kollegen gemacht.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Meine Mitbewohner – alles Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen, die sehr tolle Menschen sind; dass ich Kontakt nach Deutschland halten konnte und mein Team vor Ort, das absolut freundlich und aufgeschlossen war.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Eigentlich ganz wenig - klar Freunde und Familie, auch unsere grüne Natur. Amman hat aber eigentlich alles, was man braucht, deshalb war es nicht so schwer, sich dort wohl zu fühlen.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Jetzt werde ich erst mal wieder in Deutschland im Bereich Anästhesie arbeiten. Ich freue mich aber sehr auf einen nächsten Einsatz und würde dann eventuell auch einen längeren Projektaufenthalt mit Ärzte ohne Grenzen anstreben. Ganz kurzfristig möchte ich jetzt aber erst einmal in den Schnee und Snowboard fahren.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Die „eine“ schönste Erinnerung gibt es eigentlich nicht. Es gab so viele schöne und bewegende Momente, die die Arbeit im Projekt so gut machen. Was mich aber beeindruckte, war ein Besuch von der Schauspielerin Angelina Jolie, die in unserem Projekt vorbeigeschaut hat.