Sicherheit im Einsatz

Nach starken Regenfällen in Palorinya (Uganda), bemühen sich die Bewohner eines Flüchtlingscamps ihre weggespülten Unterkünfte wieder aufzubauen. Viele der Fahrzeuge, die sauberes Trinkwasser transportieren, blieben im Matsch stecken.

 

Wir leisten medizinische Hilfe für Menschen in Not, die dringend Hilfe brauchen. Daher arbeiten wir auch oft in Konfliktregionen oder in Ländern, die Krieg hinter sich haben. Die Sicherheitslage in solchen Regionen ist unterschiedlich und bringt demnach auch verschiedene Risiken mit sich.

Als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Einsatz werden Sie, wenn Sie in einer generell instabilen oder unsicheren Region eingesetzt werden, einem gewissen Risiko ausgesetzt sein. Die Konfrontation mit Gefahr lässt sich aber auch in Projekten in scheinbar stabilen Ländern nicht immer ganz vermeiden.

Wir erwarten von Ihnen eine gewisse Flexibilität und Bereitschaft, auch für Stellen in unsicheren Einsatzgebieten offen zu sein.

Risikomanagement

Die Sicherheit der Mitarbeitenden gehört für Ärzte ohne Grenzen zu den obersten Prioritäten. Wir wissen, dass es unmöglich ist, alle Risiken zu vermeiden – doch wir tun alles, um Risiken so weit wie möglich zu reduzieren. Die wichtigste Grundlage dafür ist die Einhaltung der humanitären Prinzipien durch Ärzte ohne Grenzen. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verantwortlich dafür, dazu ihren persönlichen Beitrag zu leisten.

Sicherheitsvorschriften

Für jedes unserer Projekte existieren Sicherheitsprotokolle und Vorschriften, die laufend der aktuellen Lage im jeweiligen Einsatzgebiet angepasst werden. Diese Maßnahmen sollen helfen, Risiken so weit wie möglich zu minimieren und basieren auf einer gemeinsamen Verantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Organisation. Zusätzlich zu dieser gemeinsamen Verantwortung muss jedes Teammitglied dazu in der Lage sein, die potentiellen negativen Folgen von Worten oder Taten für sich selbst und andere abzuschätzen.

Persönliche Verantwortung

Dies bedeutet, dass sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter streng an die Protokolle und Vorschriften halten müssen – denn das richtige persönliche Verhalten und die richtige Einstellung sind wichtige Aspekte  ihrer Sicherheit im Einsatz.

Zwischenmenschliche Konflikte, das Verhalten, der Umgang mit multikulturellen Kontexten sowie Verwaltungspraktiken können sich auf die Sicherheit auswirken. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Ihre Handlungen als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter nicht nur Auswirkungen auf die Menschen haben können, mit denen Sie unmittelbar in Kontakt stehen. Sie können auch das Projekt beeinflussen und damit direkt die Menschen, denen wir helfen.

So kann beispielsweise die Nicht-Beachtung der Sicherheitsvorschriften ein Kündigungsgrund sein.

Konkrete Maßnahmen

Die Maßnahmen von Ärzte ohne Grenzen können Ihre Bewegungsfreiheit und Ihre Interaktion mit der lokalen Bevölkerung während und außerhalb der Arbeitszeiten einschränken. Ebenso kann es sein, dass sie jederzeit erreichbar (zum Beispiel per Walkie-Talkie) sein und kulturelle Besonderheiten beachten müssen.
Wer sich mit der Sicherheitslage nicht wohlfühlt, kann sich jederzeit dazu entschließen, das Projekt zu verlassen – sobald die Projektkoordination oder Einsatzleitung es als sicher erachtet.

Die Arbeit für Ärzte ohne Grenzen ist freiwillig, sollte aber erst nach einer fundierten, gut durchdachten Entscheidung eingegangen werden.