Memento Preis 2015

Die Preisträger und die Preisträgerin 2015 und die Laudatoren (von links nach rechts): Christian Wagner-Ahlfs (BUKO Pharma-Kampagne), Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Stefan H.E. Kaufmann (Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie), Merle Schmalenbach (Journalistin), Prof. Achim Hörauf (Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie, Uni-Klinik Bonn), Nicola Kuhrt (Spiegel online), Heidi Anguria (Ärzte ohne Grenzen)

Memento Preis zum zweiten Mal feierlich verliehen

Ärzte ohne Grenzen hat zusammen mit Brot für die Welt, der BUKO Pharma-Kampagne und der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe zum zweiten Mal den Memento-Preis an Wissenschaftler und Politiker für besonderes Engagement gegen vernachlässigte Krankheiten verliehen. Erstmalig wurde auch ein Journalisten-Preis vergeben.  

In diesem Jahr wurde der Preis in der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ an die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Achim Hörauf vom Universitätsklinikum Bonn für die Entwicklung einer Therapie gegen die lymphatische Filariose, eine vernachlässigte Wurmerkrankung, verliehen. Mithilfe der Antibiotika-basierten Therapie, sowie einer verbesserten Diagnostik mittels Ultraschall, werden nicht nur die Filarienwürmer bekämpft, sondern auch der schmerzhaften und entstellenden Elephantiasis vorgebeugt. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind 120 Millionen Menschen, vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen, mit lymphatischer Filariose infiziert. Die Preisträger wurden von einer Jury aus renommierten internationalen Wissenschaftlern ausgewählt. Der Forschungs-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Hermann-Kober-Stiftung bereitgestellt.

Uwe Kekeritz in Kategorie „Politischer Wille“ ausgezeichnet

In der Kategorie „Politischer Wille“ wurde der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz ausgezeichnet. Damit würdigt die Jury sein Engagement für bessere politische Rahmenbedingungen im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten. Als Vorsitzender der Unterausschusses „Gesundheit in Entwicklungsländern“ setzte sich der Grünen-Politiker in der vergangenen Legislaturperiode unermüdlich für mehr Forschungsförderung im Bereich vernachlässigte Krankheiten ein. Gleichzeitig betonte er stets die öffentliche Verantwortung in diesem Bereich – dies nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer und internationaler Ebene. Dieser Preis ist nicht dotiert und  wurde von den Organisatoren des Memento-Preises ausgelobt.

Merle Schmalenbach erhält Journalistenpreis 

Erstmals wurde auch der Memento Journalistenpreis vergeben. Damit würdigt eine Jury von renommierten Journalisten herausragende journalistische Beiträge zum Thema „Vernachlässigte Krankheiten“. Die Preisträgerin des Memento Journalistenpreises ist Merle Schmalenbach für den Artikel „Zauberberg hinter Stacheldraht“, der am 30. Januar 2014 in Die ZEIT erschienen ist. In dem Artikel wird Tuberkulose, eine vernachlässigte Krankheit, in Deutschland unter die Lupe genommen. Der Journalistenpreis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird von der Ärzte ohne Grenzen-Stiftung bereitgestellt.

Ärzte ohne Grenzen, die BUKO Pharma-Kampagne und die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe haben den Memento Preis im Jahr 2014 ins Leben gerufen, um auf das Problem der vernachlässigten Krankheiten öffentlich aufmerksam zu machen. Zu diesen Krankheiten zählen die 17 von der WHO definierten vernachlässigten Tropenkrankheiten, aber auch Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria und bestimmte Aspekte von HIV/Aids, die von der profitorientierten Pharmaindustrie vernachlässigt werden, weil sich Forschung und Entwicklung in diesem Bereich finanziell kaum rentiert.

 

Mehr Informationen zum Preis:

Link zur Pressemitteilung

Link zur Memento Preis-Seite

Themenseite „Vernachlässigte Krankheiten“

Memento Preis 2014