Memento Preis für vernachlässigte Krankheiten

Über den Memento Preis 2017 freuen sich die Gewinner (v. l. n. r.): Prof. Dr. Peter Kremsner und Dr. Dr. Carsten Köhler (Forschungspreis), Kai Kupferschmidt (Journalistenpreis) und Stephan Albani (politischer Wille).

Viele Krankheiten, die überwiegend Menschen in ärmeren Ländern betreffen, sind nicht ausreichend erforscht. Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe für Krankheiten wie Tuberkulose, Schlafkrankheit oder Chagas sind entweder veraltet, ungeeignet für den Einsatz in strukturschwachen Gebieten oder gar nicht erst vorhanden. Das liegt vor allem daran, dass die Erforschung dieser Krankheiten für die Pharmaindustrie nicht lukrativ ist, da in erster Linie Menschen davon betroffen sind, die sich teure Medikamente nicht leisten können.
 
Um auf diese Missstände hinzuweisen und um Personen auszuzeichnen, die sich mit ihrer Arbeit herausragend für die dringend notwendige Forschung und Entwicklung an vernachlässigten Krankheiten einsetzen oder dazu beitragen, das Thema einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, rief das Initiatorenbündnis aus Ärzte ohne Grenzen e.V., BUKO Pharma–Kampagne und der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. (DAHW) im Jahr 2014 den Memento-Preis ins Leben. Seit 2015 gehört auch Brot für die Welt dem Memento-Bündnis an.
 
Im März 2017 wurde der Memento Preis in den Kategorien „Forschung und Entwicklung“, „Politischer Wille" und „Journalismus“ vergeben. Der Memento Forschungspreis für vernachlässigte Krankheiten ging an Dr. Dr. Carsten Köhler und Prof. Dr. Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin der Eberhard Karls Universität Tübingen. Die Jury würdigt damit den Beitrag der beiden Wissenschaftler zu einer verbesserten Therapie schwerer Malariaverläufe. „Herr Köhler und Herr Kremsner konnten in klinischen Studien zeigen, dass das Medikament Artesunat nur dreimal intramuskulär verabreicht werden muss, um seine volle Wirkung zu entfalten“ sagt der Jury-Vorsitzende Prof. Stefan Kaufmann vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. „Bereits nach 24 Stunden waren bei 80 Prozent der Patienten 99 Prozent der Parasiten eliminiert. Gerade unter Bedingungen, unter denen oft sehr viele Kinder gleichzeitig gegen schwere Malaria behandelt werden müssen, macht ein derart verkürztes und vereinfachtes Behandlungsregime viel aus.“
 
Der Memento Politikpreis 2017 ging an den Bundestagsabgeordneten Stephan Albani (CDU). Den Memento Journalistenpreis erhielt der Wissenschaftsjournalist Kai Kupferschmidt.
 
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gibt es hier.