Tuberkulose

Untersuchung eines Patienten mit Tuberkulose im Krankenhaus in Nukus, Usbekistan.

Ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach Schätzungen der WHO mit Tuberkulose-Bakterien infiziert. Sie haben aber keine Symptome und können die Krankheit nicht übertragen. Jedoch kann sich im Lauf der Jahre eine akute, ansteckende Tuberkulose (TB) entwickeln, zum Beispiel durch ein schwaches Immunsystem. Jedes Jahr erkranken zehn Millionen Menschen weltweit an aktiver Tuberkulose und 1,8 Millionen Menschen sterben daran.

Die Ansteckung mit Tuberkulose erfolgt über die Luft, wenn Patienten husten oder niesen. Bis das Immunsystem messbar reagiert, vergeht eine Inkubationszeit von sechs bis acht Wochen. Die Krankheit befällt meist die Lungen. Als Symptome einer aktiven Tuberkulose treten hartnäckiger Husten, Fieber, Gewichtsverlust, Brustschmerzen sowie Atemnot auf. Die Häufigkeit von TB-Neuerkrankungen ist unter HIV-Patienten höher, Tuberkulose ist für ein Viertel der Todesfälle von HIV-Infizierten verantwortlich.

Ärzte diagnostizieren Tuberkulose anhand einer Probe des Sputums (schleimiges Sekret aus den Atemwegen), die bei Kindern teilweise nur schwer zu bekommen ist. Es gibt einen neuen molekularen Test, der bereits nach zwei Stunden Ergebnisse liefert und dabei ansatzweise zeigt, ob der Erreger resistent gegen Medikamente ist. Allerdings ist dieser Tuberkulose-Test teuer, man benötigt eine zuverlässige Stromversorgung und auch weiterhin eine Sputumprobe.

Die Behandlung von Tuberkulose ist langwierig und aufwändig

Die Behandlung von Tuberkulose dauert mindestens sechs Monate. Allerdings treten immer mehr Resistenzen gegen die gängigen Medikamente auf. Wenn Patienten resistent gegen zwei der wirkungsvollsten Antibiotika der ersten Therapielinie sind, gelten sie als multiresistente TB-Fälle (MDR-TB). Es ist zwar nicht unmöglich, MDR-TB zu behandeln, aber die medikamentöse Therapie ist sehr unangenehm, dauert bis zu zwei Jahre und verursacht viele Nebenwirkungen. Von einer extrem resistenten Tuberkulose (XDR-TB) ist die Rede, wenn der Patient neben der MDR-TB auch eine Resistenz gegen die Medikamente der zweiten Therapielinie entwickelt.

Die Möglichkeiten einer Behandlung von XDR-TB sind beschränkt. Zwei neue Medikamente, Bedaquilin und Delamanid, können Patienten mit resistenten Formen zwar helfen, doch ist der Zugang zu diesen Präparaten derzeit nur begrenzt möglich.

Ärzte ohne Grenzen startete im Jahr 2016 bei 20.900 Patienten eine Behandlung gegen Tuberkulose, davon waren rund 2.700 an MDR-TB erkrankt.

Tukerkulose ist eine vernachlässigte Krankheit.