Psychologische Hilfe

Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen leisten psychologische Hilfe in einem Projekt für Überlebende von städtischer und sexueller Gewalt in Tumaco, einer Hafenstadt in Kolumbien.

Psychologische Hilfe ist bereits seit vielen Jahren Bestandteil der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen. Viele Menschen, denen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen begegnen, sind traumatisiert. Sie haben Gewalt erlitten oder wurden Zeuge von Gewalt an anderen Menschen. Sie haben den Tod von geliebten Menschen erlebt oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. All diese Ereignisse können zur Beeinträchtigung der seelischen Gesundheit führen, zum Beispiel zu posttraumatischen Belastungsstörungen, Ängsten oder Depressionen. 

Ärzte ohne Grenzen leistet psychosoziale Unterstützung für Menschen, die traumatisiert wurden, um die Wahrscheinlichkeit von langanhaltenden psychischen Problemen zu senken.

Psychologische Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

Die psychosoziale Hilfe konzentriert sich darauf, die Patienten bei der Entwicklung eigener Bewältigungsstrategien zu unterstützen. Psychologen und andere Berater helfen den Menschen, über ihre Erfahrungen zu sprechen, ihre Gefühle zu verarbeiten und das Level an Stress zu reduzieren, dem sie häufig ausgesetzt waren und sind. Ärzte ohne Grenzen bietet Einzel- und Gruppengespräche an, die an die jeweiligen sozialen und kulturellen Bedingungen angepasst sind.

Die psychologische Hilfe spielt auch eine große Rolle bei der Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen, etwa nach ihrer gefährlichen Reise über das Mittelmeer. Nicht wenige von ihnen sind unterwegs Opfer von Folter geworden und dadurch schwer traumatisiert.

Im Jahr 2016 hat Ärzte ohne Grenzen psychologische Hilfe geleistet, indem die Mitarbeiter unter anderem 229.000 Einzelgespräche geführt haben.