Lungenentzündung (Pneumonie)

Weil unter sudanesischen Flüchtlingskindern die Sterblichkeitsraten aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen hoch waren, impfen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Yida Kinder unter anderem gegen Pneumokokken.

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist die gefährlichste Form der Atemwegserkrankungen und zählt zu den fünf Haupttodesursachen in Krisensituationen. Laut WHO sterben jährlich rund eine Million Kinder unter fünf Jahren daran. Sie wird meist durch Bakterien wie Pneumokokken, aber auch durch Parasiten, Pilze und Viren (z.B. Masern) ausgelöst. Auch chemische oder physikalische Einflüsse können eine Lungenentzündung verursachen.

Die Infektion mit Erregern erfolgt meist über die Luft beziehungsweise durch Tröpfcheninfektion, Patienten mit Husten oder Schnupfen können die Keime weitergeben. Überfüllte Wohnsituationen wie z.B. in Flüchtlingslagern begünstigen die rasche Ausbreitung.

Wichtig ist eine Schulung der lokalen Mitarbeiter, damit sie die Symptome einer Lungenentzündung erkennen können. Der Verlauf und die Dauer einer Pneumonie können sehr verschieden sein und hängen vom Gesundheits- und Ernährungszustand der Kranken ab. Vor allem bei Älteren, jungen oder mangelernährten Kindern und Menschen mit einem schwachen Immunsystem ist eine Lungenentzündung besonders gefährlich und kann tödlich enden.

Gegen Lungenentzündung gibt es eine Impfung

Eine bakterielle Lungenentzündung wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Steckt ein Virus dahinter, kann dieser zwar nicht direkt mit diesen Mitteln bekämpft werden. Doch häufig macht eine zusätzliche Infektion mit Bakterien die Behandlung mit Antibiotika notwendig. Patienten mit schweren Verläufen brauchen viel Flüssigkeit und sollten stationär aufgenommen werden, was in ländlichen Regionen jedoch nicht immer einfach umzusetzen ist. Leichtere Lungenentzündungen behandeln die Teams von Ärzte ohne Grenzen ambulant.

Zur Vorbeugung einer Lungenentzündung gibt es gegen einige der verantwortlichen Erreger eine Impfung. Doch gerade die Pneumokokken-Impfstoffe, die auch für die Immunisierung von Kindern unter fünf Jahren zugelassen sind, sind extrem teuer. Viele ärmere Länder und Hilfsorganisationen können die horrenden Preise nicht tragen. Daher hat die Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen im Kampf gegen Lungenentzündung bei Kindern eine Kampagne zur Senkung der Impfstoffpreise ins Leben gerufen.

Kampagne von Ärzte ohne Grenzen zur Impfung gegen Pneumokokken