Geburtshilfe

Programme zur Schwangerenvorsorge und zur Geburtshilfe sind sehr wichtig, um hohe Mütter- und Säuglingssterblichkeitsraten zu reduzieren.

In vielen Ländern, in denen Ärzte ohne Grenzen arbeitet, gibt es kaum kostenlose Angebote zur Schwangerenvorsorge und zur Geburtshilfe. Oftmals sind die Mütter- und Säuglingssterblichkeitsraten daher hoch – so z.B. in Afghanistan oder in afrikanischen Länder wie der Zentralafrikanischen Republik.

Die Betreuung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen gehören zu unserer Notfallhilfe. Unsere medizinischen Teams leisten Geburtshilfe, wo es notwendig ist führen sie Kaiserschnitte aus. Neugeborene werden überwacht und kranke Babys mit geringem Geburtsgewicht erhalten eine entsprechend medizinische Versorgung.

Bei vielen der längerfristigen Programme ist die Unterstützung für die Müttergesundheit noch umfassender. Wir empfehlen mehrere vor- und nachgeburtliche Untersuchungen, die nötigenfalls auch Maßnahmen zur Prävention einer Übertragung von HIV/AIDS von der Mutter aufs Kind beinhalten. Wir bieten Leistungen zur Empfängnisverhütung und für den sicheren Abbruch von Schwangerschaften an, jedoch noch nicht in allen relevanten Projekten von Ärzte ohne Grenzen. Der Bedarf für medizinische Hilfe im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen ist groß: Im Jahr 2016 behandelten wir mehr als 16.000 Frauen und Mädchen mit Beschwerden oder Komplikationen, die vielfach auf unsichere Abbruchversuche zurückzuführen waren.

Schwangerenvorsorge kann Problemen bei der Geburt vorbeugen

Eine professionelle Schwangerenvorsorge kann auch die Entstehung von Geburtsfisteln verhindern. Letztere entstehen meist, wenn die Geburt lange dauert und der Kopf des Kindes gegen das Becken der Mutter drückt. Das Gewebe stirbt ab und hinterlässt eine bleibende Öffnung zwischen Blase und Scheide, durch die Urin unkontrolliert austreten kann. Für die betroffenen Frauen folgt daraus oft, dass sie stigmatisiert werden. Ärzte ohne Grenzen hat daher in entlegenen Gebieten verschiedene Programme, in denen diese Frauen operiert werden, um die Öffnungen wieder zu schließen. Seit 2012 betreiben wir auch Programme zur Früherkennung und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs. Eine Infektion mit humanen Papillomviren ist die Hauptursache für diese Krebserkrankung. Sie betrifft besonders häufig HIV-positive Frauen.

Im Jahr 2016 begleitete Ärzte ohne Grenzen 250.000 Geburten. Davon wurden 24.000 per Kaiserschnitt durchgeführt.

Wenn wir über Mütter- und Frauengesundheit sprechen, müssen wir auch über die Folgen unsachgemäßer Schwangerschaftsabbrüche sprechen. Auf dieser Seite finden Sie dazu mehr Informationen: Fragen & Antworten zu den Folgen unsachgemäßer Schwangerschaftsabbrüche.