Pharmazeutisches Unternehmen ViiV verhindert Zugang zu benötigten Medikamenten für Säuglinge und Kinder mit HIV

Bei der Behandlung von HIV/Aids gibt es, aufgrund des Zugangs zu benötigten Medikamenten, große Unterschiede. Archivbild: Eine Frau macht einen HIV-Test.

Amsterdam/Berlin, 24. Juli 2018. Zum Start der jährlichen weltweiten HIV/AIDS-Konferenz in Amsterdam fordert die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen von ViiV (Joint Venture von Pfizer und GlaxoSmithKline), Säuglingen und Kindern mit HIV den Zugang zu kindgerechten Darreichungsformen des HIV-Medikaments Dolutegravir zu ermöglichen. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Dolutegravir als bevorzugte Behandlungsoption für Kinder im Alter von vier Wochen bis zehn Jahren sowie für Erwachsene. Pädiatrische Behandlungen mit suboptimalen Medikamenten mit mehr Nebenwirkungen sollen dadurch ersetzt werden. Kinder sollten zu Beginn ihrer Behandlung die besten Medikamente erhalten, die am wenigsten zu einer Resistenz führen, da sie HIV-Medikamente ihr Leben lang einnehmen werden müssen.
ViiV hatte als einziger Produzent des Präparates bereits im November 2017 Zusagen gemacht, sich darum zu kümmern, wie kindgerechte Versionen des Medikaments dort zur Verfügung gestellt werden können, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Doch leider ist bisher nichts passiert. 

„Die fast zwei Millionen Babys und Kinder auf der ganzen Welt, die mit HIV leben, sollten sich nicht mit einer minderwertigen Behandlung zufriedengeben müssen, wenn etwas Besseres existiert", sagt Dr. David Maman, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Malawi. 

ViiV Healthcare ist die HIV/AIDS-Abteilung der amerikanischen und britischen Pharmaunternehmen Pfizer und GlaxoSmithKline sowie des japanischen Unternehmens Shionogi.