Kenia

Angriff auf die Universität Garissa in Kenia: Ärzte ohne Grenzen behandelt mehr als 70 Verwundete

Nach dem Angriff vom 2. April auf die Universität in Garissa unterstützt ein medizinisches Team das Krankenhaus der kenianischen Stadt. Die Mitarbeiter behandeln Überlebende, die Schuss- oder Explosionsverletzungen erlitten haben, sowie Menschen, die sich auf der Flucht Schnittwunden durch Glassplitter zugezogen haben.

„Unser Team ist seit Donnerstagnachmittag im Einsatz und unterstützt das Personal im Krankenhaus von Garissa dabei, die Verletzten zu behandeln“, sagt Charles Gaudry, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Kenia. „Bislang haben sie mehr als 70 verletzte Patienten behandelt. Sie helfen bei der Notversorgung und unterstützen die chirurgische Abteilung.“

Das Team von Ärzte ohne Grenzen besteht aus einem Arzt, drei Krankenpflegekräften, einer OP-Pflegekraft, fünf klinischen Mitarbeitern sowie zwei Logistikern.

Garissa: „Die Studenten stehen unter Schock“

Seit heute früh ist Ärzte ohne Grenzen zudem am Flughafen von Garissa tätig, wo hunderte Studenten über Nacht untergebracht wurden. Das Team leistet auch dort medizinische Hilfe und verteilt Trinkwasser und Essen. Es wird erwartet, dass die Studenten in den kommenden Stunden von den kenianischen Behörden nach Nairobi gebracht werden.

„Die Situation ist extrem schwierig, die Studenten stehen unter Schock“, sagt Bashir Abdiweli, der den Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in Garissa koordiniert. „Wir behandeln hauptsächlich Verletzungen, die sie sich auf der Flucht zugezogen haben. Einige wurden ins Krankenhaus überstellt, und wir schicken viele zur posttraumatischen Betreuung.“

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen bleiben so lange im Krankenhaus und am Flughafen von Garissa, wie ihre Unterstützung benötigt wird.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1987 ununterbrochen in Kenia tätig. Die Hilfsorganisation leistet u.a. medizinische Hilfe in Mathare und Kibera, zwei Slums in Nairobi. Der Schwerpunkt liegt dort auf Hilfe für Opfer sexueller Gewalt sowie auf der Behandlung von HIV/Aids und resistenter Tuberkulose. In Kibera wird zudem Geburtshilfe geleistet. In Homa Bay betreibt Ärzte ohne Grenzen ein HIV-Programm. In Dadaab sind Teams im Flüchtlingslager Dagahaley tätig, wo Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus sowie Basisgesundheitsversorgung betreibt.