Die schlimme Situation in Tais ist beispielhaft für den Konflikt

Im Januar 2017 veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen den Bericht „Yemen: Healthcare under siege in Taiz“, dessen Thema die medizinische Versorgung im Gouvernement Tais ist, das im Südwesten des Landes liegt. Dort fanden einige der am längsten andauernden und heftigsten Kämpfe in dem Konflikt im Jemen statt. Durch die Stadt Tais verläuft die Frontlinie, die dortige Bevölkerung ist seit zwei Jahren Angst und Schrecken ausgesetzt. In Tais wurden Kliniken bombardiert und beschossen und eines unserer mobilen Teams bei einem Angriff aus der Luft getroffen. Die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen. Die Situation dort ist beispielhaft dafür, dass die Menschen im Jemen dringend mehr medizinische Hilfe brauchen.

Unsere Teams arbeiten in zehn Gouvernements des Landes – sie sind dabei überall mit den gleichen Schwierigkeiten konfrontiert. In dem Bericht fordern wir erneut alle Konfliktparteien dazu auf, den Schutz der Zivilbevölkerung und des medizinischen Personals sicherzustellen und den Verletzten und Kranken Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Wir rufen zudem internationale Hilfsorganisationen und Geberländer dazu auf, ihre Hilfe für das Land auszuweiten und dafür zu sorgen, dass Hilfe bei allen ankommt, die sie benötigen.

Wir haben in Tais bereits mehr als 10.700 Kriegsverletzte behandelt. Allein im vergangen Jahr haben unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mehr als 5.300 Geburten begleitet und mehr als 31.900 vorgeburtliche und 2.600 nachgeburtliche Sprechstunden abgehalten. Zudem haben sie mehr als 2.500 stark mangelernährte Kinder in unser Ernährungsprogramm aufgenommen.

Lesen Sie hier mehr über unsere Hilfe im Jemen.