Jahrespressekonferenz 2017

Auf der Pressekonferenz stellen wird alle wichtigen Zahlen und Fakten zu unserer Arbeit im Jahr 2016 vor.

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Am 14. Juni 2017 hat Ärzte ohne Grenzen Deutschland in Berlin den Jahresbericht 2016 vorgestellt. Die deutsche Sektion des internationalen Netzwerks hat im vergangenen Jahr 142,2 Mio. Euro eingenommen. 132,8 Mio. Euro stammten aus privaten Spenden und Zuwendungen, das waren 14 Prozent mehr als 2015.

Der Geschäftsführer Florian Westphal nutzte die Vorstellung des Jahresergebnisses, um - wenige Tage vor dem Weltflüchtlingstag – die EU-Flüchtlingspolitik scharf zu kritisieren. Sie sei „verheerend“, sagte er. Gut ein Jahr nach dem EU-Türkei-Deal könne die wachsende Zahl von Flüchtenden nicht mehr auf die Solidarität der EU und ihrer Mitgliedsstaaten zählen. Dabei sei Europa von den globalen Flucht- und Vertreibungskrisen nur marginal betroffen. Allein Uganda, ein armes Land mit gerade 35 Millionen Einwohnern, hat im vergangenen Jahr mehr Flüchtlinge aufgenommen, als übers Mittelmeer in die EU gekommen sind.

Der Vorstandsvorsitzende Volker Westerbarkey machte darauf aufmerksam, dass die weltweit größten humanitären Krisen auch im Jahr 2016 nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit standen. Für Ärzte ohne Grenzen gehörte der Einsatz im Südsudan im vergangenen Jahr wieder zu einem der umfangreichsten weltweit. Die Mitarbeiter haben fast eine Million medizinische  Behandlungen durchgeführt. Laut Vereinten Nationen sind zwei Drittel der Gesamtbevölkerung für ihr Überleben vollkommen von humanitärer Hilfe abhängig.