Indonesien

Hilfe nach dem Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi

Der vierjährige Adam wurde am Kopf verletzt, als er sich vor dem Erdbeben und dem Tsunami in Zentralsulawesi in Sicherheit bringen wollte. Unsere Ärztin Dr. Rangi Wirantika versorgt die Wunde.

Nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Indonesien leistet ein Team von Ärzte ohne Grenzen in abgelegenen Gebieten Hilfe. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen helfen Betroffenen, die beispielswiese Knochenbrüche erlitten haben, im Rahmen mobiler Kliniken. Zudem kümmern sie sich u.a. darum, dass Gesundheitszentren die Basisgesundheitsversorgung wiederaufnehmen können. Dazu gehören auch Maßnahmen, die Verbreitung von Durchfallkrankheiten zu verhindern oder Masern-Epidemien vorzubeugen. Sauberes Wasser ist in einer solchen Situation unerlässlich - wir installieren Anlagen zur Aufbereitung.

Ärzte ohne Grenzen hat nach einem Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi ein indonesisches Team aus Mediziner, Logistiker und Wasser-Sanitär-Spezialisten vor Ort geschickt, um den Hilfsbedarf zu erkunden. Dies fand zusammen mit einem Team des indonesischen Gesundheitsministeriums statt. Dessen Mitarbeiter beschäftigten sich vor allem mit der Lage in der Region der vom Tsunami getroffenen Stadt Palu und im weiter südlich gelegenen Gebiet von Petobo, wo es zu Erdrutschen gekommen ist. Unser Team besuchte abgelegenere ländliche Regionen, vor allem South Dolo, Sigi und die Westküste des Bezirks Donggalla, wo 50.000 Menschen leben.

Resultat der Erkundungen ist die Hilfe für Gesundheitszentren in diesen abgelegenen Gebieten, damit diese wieder mit Aktivitäten zur Basisgesundheitsversorgung beginnen können. Dabei geht es auch darum, die Verbreitung von Durchfall- und Hautkrankheiten oder Masern-Epidemien zu verhindern. Routine-Impfungen, die Sammlung von Daten und die epidemiologische Überwachung verschiedener Krankheiten gehören auch zu den Aufgaben unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Täglich sind in Indonesien mobile Hilfsteams unterwegs, um Erdbebenopfern zu helfen

Unser Team konnte sich mit Hilfe von Menschen in der Region Zugang zum medizinischen Vorrat einer beschädigten Klinik verschaffen. So konnten medizinische Konsultationen aufgenommen werden und auch Medikamente verabreicht werden.

"Bis heute finden wir Patienten, die in Folge des Erdbebens geschlossene Knochenbrüche davongetragen haben. Solche Frakturen sind von außen nicht immer zu erkennen, weil die Haut unverletzt geblieben ist und keine Knochenteile sichtbar sind. Unser Team, das für mobile Kliniken zuständig ist, macht sich täglich auf den Weg, um diese Patienten medizinisch zu versorgen", sagt Dr. Rangi Wirantika, eine unserer Ärztinnen vor Ort.

Zwei indonesische Psychologen werden in Kürze zu unserem Team stoßen. Sie werden die vom Erdbeben am stärksten betroffenen Menschen psychologisch unterstützen, aber auch für unser Personal da sein.

Nach dem Erdbeben in Indonesien ist Hilfe bei der Trinkwasseraufbereitung sehr wichtig

"Es gibt nicht genügend sauberes Wasser in den betroffenen Gemeinden. Das wird aber dringend gebraucht, um die Gefahr zu verringern, dass Epidemien ausbrechen. In einigen Gebieten müssen die Menschen bis zu zwei Kilometer weit laufen, nur um an Wasser zu kommen", sagt Tinothius SP Benu, vor Ort als Spezialist für Wasserversorgung und sanitäre Anlagen im Einsatz. Es ist daher unser wichtigstes Ziel, in den Gemeinden sicherzustellen, dass die Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser hat. Dafür reinigen wir einerseits die vorhandenen Quellen wie z.B. Handpumpen und Brunnen. Außerdem installieren wir provisorische Einrichtungen, wie Anlagen zur Aufbereitung von Wasser und Wassertanks.

Parallel zu diesen Aktivitäten analysiert unser Team in Indonesien weiter den Bedarf in den umliegenden Gebieten und plant entsprechende Hilfsmaßnahmen.

Da wir bisher nicht absehen können, wie hoch die Kosten für den Nothilfeeinsatz in Indonesien sein werden, bitten wir Sie von zweckgebundenen Spenden für das Erdbeben- und Tsunamigebiet abzusehen. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende für unsere weltweite Nothilfe.