Patentanfechtung von Tuberkulose-Medikament in Indien

Für Menschen mit resistenten Tuberkulose-Formen ist der Zugang zu neuen, wirksamen Medikamenten überlebenswichtig. Die Klage in Mumbai gegen das Patent des Pharmakonzerns Johnson & Johnson soll günstige Generika möglich machen. (Archivbild 2016)

Ärzte ohne Grenzen unterstützt zwei Tuberkulose-Überlebende bei einer Patentklage in Indien. Die beiden Aktivistinnen wollen verhindern, dass der Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) sein Monopol auf das Medikament Bedaquilin ausweiten kann. Das würde günstigere Nachahmerprodukte auf Jahre verhindern.

Mehr als eine halbe Million Menschen entwickeln jährlich resistente Tuberkulose-Formen (DR-TB). Nur ein kleiner Teil von ihnen wird behandelt. Die bisher in den meisten Ländern angewandte Standardbehandlung verursacht schwerwiegende Nebenwirkungen und die Heilungsrate liegt zwischen 34 und 55 Prozent.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher das Medikament Bedaquilin als Kernstück eines sicheren und wirksamen Behandlungsplans für DR-TB. Bis November 2018 bekamen jedoch weltweit nur 28.700 Menschen Bedaquilin verabreicht, die meisten davon in Südafrika.

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) hat ein Patent auf die Salzform von Bedaquilin angemeldet. Zwei TB-Überlebende aus Indien und Südafrika haben nun Patentklage beim Patentamt in Mumbai eingereicht. Beide haben durch die veralteten, toxischen DR-TB-Medikamente ihr Gehör verloren. Sie kämpfen dafür, dass neuere Medikamente wie Bedaquilin bezahlbar und für alle Patientinnen und Patienten zugänglich sind. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Aktivistinnen und fordert J&J auf, von Versuchen Abstand zu nehmen, sein Monopol zu verlängern.

In den kommenden Monaten werden wir Sie an dieser Stelle über die aktuellen Entwicklungen im Prozess informieren.