Patientengeschichte HIV und Tuberkulose - Faustin

Faustin, 34, und seine Frau Olga haben gemeinsam drei Kinder. Faustin wurde aus der Klinik von Ärzte ohne Grenzen im Vertriebenenlager Mpoko in das Hôpital Communautaire verlegt. Das Paar ist HIV-positiv und Faustin hat eine extrapulmonale Tuberkulose, die man nicht am Auswurf erkennen kann.

„Ich habe viele Berufe. Ich habe als Fahrer gearbeitet, aber bevor ich krank wurde, habe ich zuletzt als Wächter gearbeitet. Weil ich nachts gearbeitet habe, hatte ich oft Malaria. Jedes Mal bekam ich sehr hohes Fieber mit Temperaturen von über 40°C. Die Krankheit habe ich jedes Mal vergeblich behandelt. Eines Tages bin ich in die Kinderklinik in Bangui gegangen, um meine Lungen röntgen zu lassen. Sie haben auch meinen Auswurf getestet. Drei Tage später bekam ich die Ergebnisse: Der Auswurf wurde zwar negativ getestet, aber es wurden Flecken auf meinen Lungen entdeckt.

An einem Sonntag wollte meine Frau in die Kirche gehen, sie blieb aber am Ende doch zu Hause. Wäre sie an diesem Tag gegangen, wäre ich nun tot. Während ich döste, begann ich zu zittern und konnte nicht atmen. Meine Frau rief ein Taxi und brachte mich in die Klinik von Ärzte ohne Grenzen im Mpoko-Lager. Dort fanden sie heraus, dass ich von einer großen Blutarmut betroffen war. Sie gaben mir eine große Bluttransfusion. Danach verlegten sie mich in das Hôpital Communautaire. Dort wurden drei Liter Eiter aus meinen Lungen abgesaugt und sie werden das heute wiederholen.“

Olga, seine Frau ergreift das Wort: „Ich hatte schon eine Zeit lang Schmerzen und weil sein Bruder im Krankenhaus arbeitete, fragte er mich, ob ich Angst hätte, den HIV-Test zu machen. Ich sagte ‚Nein‘ und Faustin und ich gingen zusammen, machten einen Test und bekamen ein positives Testergebnis. Seit 2016 nehmen wir nun antiretrovirale Medikamente und waren schon dreimal hier, um unsere Medizin abzuholen.“

Faustin fährt fort: „Es ist wichtig, die Treffen mit dem Arzt, der deine Medikamente verschreibt, zu respektieren und an dem Tag zu kommen. Er ist unser Gott auf Erden. Wäre ich in einer anderen medizinischen Institution und nicht bei Ärzte ohne Grenzen, müsste ich zahlen und meine Verschuldung riskieren. Ich habe keine Probleme meine Medikamente zu nehmen. Aber manchmal gibt es Gedrängel, wenn wir unsere Medikamente abholen.“