Mexiko

Psychologische Hilfe nach schwerem Erdbeben

Unser Mitarbeiter Alfredo Cabrera betreut eine Anwohnerin des Viertels San Gregorio in Mexiko-Stadt.

Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko am 19. September sind wir mit vier Teams in verschiedenen Vierteln in Mexiko-Stadt im Einsatz, wo wir psychologische Hilfe für Überlebende leisten. Auch der medizinische und psychologische Bedarf im Bundesstaat Morelos wird derzeit erhoben. Wir sind außerdem im Bundesstaat Oaxaca tätig, der bereits vor zwölf Tagen von einem Erbeben getroffen wurde.

Nach dem Erdbeben der Stärke 7,1 mit dem Epizentrum in Axochiapan, im Bundesstaat Morelos, haben wir einen Noteinsatz gestartet. Betroffen sind Mexiko-Stadt, Puebla, Cuernavaca und weitere Gemeinden im Zentrum des Landes. Die vorläufige Zahl der getöteten Menschen liegt bei 228. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht bestätigt, wird aber auf Tausende geschätzt. Ein Großteil der Menschen hat keine lebensbedrohlichen Verletzungen.

Innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Beben haben unsere Teams mit der psychologischen Hilfe für Menschen in jenen Gebieten begonnen, in denen Gebäude eingestürzt sind. Unsere vier Teams bestehend aus Psychologen sowie Sozialarbeitern sind dort im Einsatz, wo die Rettungsaktionen noch laufen. Sie unterstützen die Familien, mit dem Ereignis zurechtzukommen, und stärken die Menschen im Allgemeinen in dieser schweren Situation.

39 Gebäude sind in Mexiko-Stadt sind infolge des Erdbebens eingestürzt, im Bundesstaat Morelos sind mindestens 2.000 Häuser zerstört worden. Die Städte Jojutla und Cuernavaca sind schwer betroffen, die Region Mixteca Poblana am schwersten. In mehr als 100 Gemeinden sind öffentliche Gebäude, Schulen und Bauten im Kolonialstil sowie mehr als 60 Kirchen zerstört worden oder eingestürzt. Viele Menschen hatten keinen Strom, Gas oder Wasser, und teilweise waren die Telefonleitungen unterbrochen.

Hilfe für Betroffene von zwei schweren Erdbeben in Mexiko

Das Erdbeben vom Dienstag folgt auf jenes vom 7. September, das mit einer Stärke von 8,1 im Süden des Landes, im Bundesstaat Oaxaca, gemessen wurde. Auch in Juchitán, der damals am stärksten betroffenen Region, ist ein mobiles Team im Einsatz. Nachdem der Bedarf in zwölf Gemeinden erhoben wurde, sind die Mitarbeiter derzeit vor allem in der Gemeinde San Francisco Ixhuatán tätig. Zusätzlich planen wir psychologische Hilfe für die Bewohner der Gemeinde San Mateo del Mar.

Unsere Teams beobachten weiterhin den Bedarf für medizinische und psychologische Hilfe in den vom Erdbeben betroffenen Regionen in Mexiko, vor allem in Morelos. Zudem evaluieren sie, ob es nötig ist, allgemeine Hilfsgüter zu verteilen, wie Decken, Plastikplanen oder Kochutensilien. 

Ärzte ohne Grenzen leistet in Mexiko seit dem Jahr 2012 medizinische und psychologische Hilfe für Migranten und Flüchtende aus Honduras, Guatemala und El Salvador.