Helfen in einem intimen Moment: Hebamme Christa Helmke im Portrait

MSF

Christa Helmke arbeitete bereits drei Mal in Krankenhäusern im Kriegsgebiet. Während ihrer Einsätze mit Ärzte ohne Grenzen hat die Hebamme viele Geburten unter extremen Bedingungen begleitet. Was sie bei ihrer Arbeit für Menschen in Not am meisten bewegt hat, verrät sie hier.

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Weshalb hast du dich entschieden für Ärzte ohne Grenzen zu arbeiten?

Als Hebamme helfe ich in einem intimen Moment: Bei einer Geburt sind Schmerz und Glück nahe beieinander. Immer wieder geht es um das Leben von Mutter und Baby – vor allem in Ländern, in denen Krisen die Lage verschärfen. Ich wollte mit meinem Wissen Menschen dort helfen, wo es sonst kaum medizinische Versorgung gibt. Und da ich auch schon immer gerne reiste und andere Kulturen kennenlernte, lag es nahe, sich bei Ärzte ohne Grenzen zu bewerben. Im Einsatz kann ich Familien in Not zur Seite stehen und gleichzeitig etwas tiefer in ihre Kultur eintauchen.

Was ist deine schönste Projekterfahrung?

Bei meinem dritten Einsatz halfen wir in einem Krankenhaus im Kriegsgebiet. Immer wieder hörten wir Bomben in der Ferne fallen. Doch die Angst war irgendwann weg, und ich war vollkommen darauf konzentriert, für meine Patientinnen da zu sein.

Eines Nachts wurde ich zu einer Geburt gerufen. Das ganze Team war sehr aufgeregt, denn die Frau erwartete Vierlinge. Eine Vierlingsgeburt ist als Hebamme immer etwas besonderes, doch unter diesen Umständen war es eine große Herausforderung. Zum Glück ging alles gut. Die Kinder und die Mutter waren wohlauf.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich arbeite zurzeit wieder als freie Hebamme in Berlin, aber ich möchte mich bald wieder bei Ärzte ohne Grenzen für einen Einsatz melden. Es gibt noch so viel mehr zu lernen und zu geben.