Geschichte: 1980 - 1989

Der Präsident der französischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, Rony Brauman, besucht 1985 Äthiopien. Dort herrscht seit 1984 eine große Hungersnot. Ärzte ohne Grenzen startet ein umfangreiches Ernährungsprogramm.

1989

  • Ärzte ohne Grenzen entwickelt zum ersten Mal Projekte für osteuropäische Länder, wie z.B. Armenien und Rumänien.
  • Im Südsudan wird ein Flugzeug der "Piloten ohne Grenzen" von einer Rakete abgeschossen, vier Menschen sterben, darunter auch zwei Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation verlässt daraufhin den Südsudan.

1988

  • Ärzte ohne Grenzen startet eine große Kampagne, um auf den drohenden Hungertod der Dinka im Südsudan aufmerksam zu machen.
  • Irak: Ärzte ohne Grenzen bezeugt öffentlich, dass die Truppen Saddam Husseins die irakischen Kurden mit Giftgas angegriffen haben. 5.000 Menschen sterben.
  • Armenien: Nothilfeeinsatz nach dem großen Erdbeben.

1986

  • Nach einem Erdbeben in El Salvador setzen Teams von Ärzte ohne Grenzen die zerstörte Trinkwasserversorgung wieder instand.

1985

  • Nachdem die französische Sektion von Ärzte ohne Grenzen die Unterschlagung der humanitären Hilfe sowie die Zwangsumsiedlung der Bevölkerung durch das Mengistu-Regime in Äthiopien öffentlich kritisiert hat, wird diese Sektion des Landes verwiesen. Doch der durch die internationale Aufmerksamkeit erfolgte Druck bewirkt, dass die wichtigsten Geberländer ihre Gelder sperren wollen, wenn die Zwangsumsiedlungen nicht gestoppt werden. Anfang 1986 gibt das Mengistu-Regime nach.

1984

  • Hungersnot in Äthiopien. Ärzte ohne Grenzen startet ein umfangreiches Ernährungsprogramm.

1982

  • Trockenheit, Bürgerkrieg und Flüchtlingsbewegungen im Tschad: Ärzte ohne Grenzen alarmiert die Öffentlichkeit.

1981

  • Ärzte ohne Grenzen beginnt, eine effiziente Logistik aufzubauen, die die Versorgung mit Hilfsgütern und deren Transport sowie die Funkkommunikation auf eine professionelle Basis stellt. Fortan können sich die Ärzte auf ihre eigentlichen medizinischen Aufgaben konzentrieren, für die die Logistiker die Voraussetzungen schaffen.
  • In der Türkei werden ein Arzt und eine Krankenschwester von Ärzte ohne Grenzen acht Monate lang in einem Gefängnis festgehalten.
  • Afghanistan: Bereits einige Monate nach der sowjetischen Invasion überqueren heimlich Ärzte und Krankenschwestern die Grenze, um nach tage- und wochenlangen Ritten die Bergregionen der Mudschaheddin zu erreichen. Diese Helfer sind für einige Zeit die einzige Unterstützung für die zivile Bevölkerung, die in den von den Rebellen gehaltenen Gebieten lebt. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind es in den folgenden Jahren auch, die die internationale Öffentlichkeit darüber informieren, dass die sowjetische Armee gezielt Krankenhäuser und andere zivile Einrichtung bombardiert. Sie helfen auch, Journalisten ins Land zu bringen, um eine unabhängige Berichterstattung zu ermöglichen.

1980

  • Zum ersten Mal nimmt Ärzte ohne Grenzen öffentlich die Funktion des Sprachrohrs für Völker in Not wahr: Die Organisation organisiert den auch intern sehr umstrittenen "Marsch für das Überleben Kambodschas". Diese Demonstration wird von Persönlichkeiten wie Joan Baez, Liv Ullmann und Elie Wiesel u.a. unterstützt. Ärzte ohne Grenzen protestiert damals gegen die wirtschaftliche Ausbeutung des Landes durch die vietnamesischen Besatzer sowie gegen das Verbot, den Kambodschanern im Landesinneren humanitäre Hilfe zukommen zu lassen. Zwar gelingt es der Organisation zu jener Zeit, internationales Aufsehen zu erregen, doch die medizinischen Teams können nicht nach Kambodscha einreisen. Erst 1989 kann Ärzte ohne Grenzen Mitarbeiter nach Kambodscha entsenden.
  • Erste Projekte in Afghanistan, im iranischen Kurdistan und in Honduras. In Somalia versorgen Mitarbeiter der Organisation die Kriegsflüchtlinge des Ogaden-Kriegs in Somalia.
  • Die belgische Sektion von Ärzte ohne Grenzen wird gegründet. In den folgenden Jahren eröffnet die Organisation weitere Büros innerhalb und außerhalb Europas.

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