„Herz unserer Arbeit ist die Beziehung zum Patienten“ - Geschäftsführer Florian Westphal über humanitären Geist und Professionalität

Florian Westphal, Geschäftsführer der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen

Ich bin Ärzte ohne Grenzen zum ersten Mal im November 1999 begegnet - im Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo ich gerade meinen ersten Einsatz als humanitärer Helfer begonnen hatte. Anlass war eine Feier zur Verleihung des Friedensnobelpreises an das internationale Netzwerk. Für viele Organisationen ist dies vor allem eine Gelegenheit, sich im Glanze des Erfolges zu sonnen - aber die anwesenden Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen fragten sich auch in diesem Moment eher, was sie noch besser machen könnten, um Krisenopfern zu helfen.

Was Ärzte ohne Grenzen meiner Meinung nach auszeichnet ist die Mischung aus humanitärem Spirit und Professionalität. Der unbedingte Wille unserer Mitarbeiter, notleidenden Menschen auch in den schwierigsten und gefährlichsten Situationen wie momentan im Südsudan oder in der Zentralafrikanischen Republik zu helfen ist einzigartig, aber allein nicht ausreichend. Unsere Ärzte, unser Pflegepersonal und alle anderen Mitarbeiterinnen bemühen sich, auch in akuten Krisensituationen sicherzustellen, dass unsere Patienten so gut wie irgend möglich versorgt werden und dadurch auch ihre Menschenwürde respektiert wird. Die individuelle Beziehung zwischen Helfer und Patient ist dabei das Herz unserer Arbeit.

Ich habe die letzten 15 Jahre beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz gearbeitet, zuerst als Helfer in der D.R. Kongo, in Sierra Leone und Kenia. Dann als Kommunikationsverantwortlicher im Hauptsitz der Organisation in Genf. Seit Anfang Juni bin ich neuer Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Berlin. Ich freue mich ganz besonders auf den regelmäßigen Kontakt mit den Projektmitarbeitern, Spendern und kritischen Begleiterinnen, die unsere weltweite Arbeit ermöglich. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin - auch indem Sie uns zeigen, wo wir noch besser werden können.