Afghanistan

3.11.2015 in Berlin: Gedenkstunde für die Opfer des Luftangriffs auf unser Krankenhaus in Kundus

Am 3. November erinnern wir mit einer öffentlichen Gedenkstunde vor dem Reichstag an unsere verstorbenen Kollegen und Patienten, die bei dem Luftangriff auf unser Krankenhaus in Kundus ums Leben kamen.

Der Angriff auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in der nordafghanischen Stadt Kundus hat in unserer Organisation eine Welle der Trauer und Empörung ausgelöst. In der Nacht zum 3. Oktober 2015 wurden mindestens 30 Menschen getötet, darunter 13 Mitarbeiter unserer Organisation. Patienten, darunter auch Kinder, verbrannten in ihren Betten.

Kommen Sie zu unserer öffentlichen Gedenkstunde am 3. November um 18.00 Uhr vor dem Reichstag.

Es ist eine unbeschreibliche Tragödie, wie wir sie in jüngster Zeit zunehmend auch in anderen Kontexten beobachten müssen, etwa im Jemen oder in Syrien.

Ärzte ohne Grenzen sagt: Genug! Der Grundgedanke der humanitären medizinischen Arbeit steht auf dem Spiel. Deshalb werden wir am 3. November vor dem Reichstag der Opfer von Kundus gedenken und die Achtung des Humanitären Völkerrechts einfordern.

Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam Angriffe gegen Patienten, gegen medizinisches Personal und gegen medizinische Einrichtungen verurteilen. Solche Angriffe schränken unsere Möglichkeit, als medizinische Akteure zu handeln, enorm ein. So bleiben zahllose Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung.
Das Humanitäre Völkerrecht legt klare Regeln über den Zugang zur Gesundheitsversorgung in Kriegszeiten fest. Diese Regeln gelten für staatliche wie auch für nicht-staatliche Akteure. Nach den Genfer Konventionen genießen Krankenhäuser einen besonderen Schutz vor Angriffen. Um die Wirksamkeit des Humanitären Völkerrechts zum Schutz medizinischer Einrichtungen zu sichern, ist eine transparente, unabhängige und unparteiische Untersuchung von Verstößen notwendig.

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