G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm

Lebensnotwendige Medikamente und der G8-Gipfel?

Angela Merkel hat das Thema Innovation auf die Tagesordnung des G8-Gipfels 2007 gesetzt. Sie will Fortschritt fördern, indem sie den Schutz geistigen Eigentums insbesondere durch Patente noch mehr ausweiten möchte.

Medizinische Innovation ist dringend notwendig. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und ihre Patienten erleben täglich, dass Medikamente zur effektiven Behandlung z. B. der Schlafkrankheit und resistenter Tuberkulose fehlen.

Das aktuelle System der auf Patentmonopolen basierenden Pharmaforschung ist jedoch keine ausreichende Lösung. Patente führen nicht dazu, dass geeignete Medikamente für vernachlässigte Krankheiten wie Tuberkulose oder Schlafkrankheit entwickelt werden; stattdessen behindern sie den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten, da sie die Preise vervielfachen. Dies zeigt sich aktuell im Fall von HIV/Aids.

Menschen sterben, weil sie von Innovation ausgeschlossen sind!

2,9 Millionen sterben jährlich an HIV/Aids und 2 Millionen an Tuberkulose. Unter ihnen viele Eltern, Ärzte oder Lehrerinnen, deren Fehlen weiteres Leid bedeutet. Für Ärzte ohne Grenzen als humanitäre Hilfsorganisation ist es inakzeptabel, dass ein großer Teil der Menschheit von der Versorgung mit adäquaten Medikamenten ausgeschlossen ist.

Patentgeschützte Medikamente sind für ärmere Länder viel zu teuer. Sie sind auf Generika (Nachahmermedikamente) angewiesen. Auch Ärzte ohne Grenzen versorgt 80.000 HIV/Aids-Patientinnen und Patienten in den Projekten vor allem mit (meist indischen) Generika.

Medizinische Innovation ist lebensnotwendig

Die G8 reduzieren Innovationsförderung jedoch auf Patentschutz. Wir fordern zusätzliche, neue Wege in der Pharmaforschung, die zu monopolfreien und damit bezahlbaren Medikamenten führen.