G7-Gipfel 2015 in Elmau

Beim diesjährigen G7-Gipfel in Elmau unter deutscher Schirmherrschaft stehen unter anderem die Themen antimikrobielle Resistenzen, vernachlässigte Krankheiten sowie Ebola auf der Agenda.

Kaum Anreize für die Pharmaindustrie zu forschen

Für Ärzte ohne Grenzen spielen diese Themen sowohl in unseren Projekten als auch in unserer politischen Arbeit eine große Rolle. Antimikrobielle Resistenzen, vernachlässigte Krankheiten und Ebola sind vor allem auch dadurch gekennzeichnet, dass die Pharmaindustrie in diesen Bereichen viel zu wenig forscht, da es kaum finanzielle Anreize für die Unternehmen gibt. Der Anreiz ist deshalb so gering, weil die die betroffenen Menschen nur über wenig Einkommen verfügen und sich teure Medikamente nicht leisten können. Daher sind vor allem die Staaten und die öffentliche Hand in der Pflicht, sich stärker für die medizinische Forschung zu engagieren. Weitere Informationen finden sie hier.

G7-Gipfel in Elmau bietet große Chance

Der G7-Gipfel in Elmau bietet eine große Chance, vernachlässigten Krankheiten, Ebola und antimikrobiellen Resistenzen eine größere Beachtung zukommen zu lassen. Darüber hinaus müssen die G7-Länder dafür Sorge tragen, dass mehr öffentliche Gelder für die Erforschung neuer Therapien, Diagnostika und Impfstoffe gegen diese Erkrankungen bereitgestellt werden und die dadurch entstandenen Produkte schließlich auch durch offenen Wissenstransfer und sozialverträgliche Lizenzen Menschen in ärmeren Ländern zugutekommen. Öffentliche Investitionen für die Erforschung und Entwicklung von verbesserten Diagnostika, Präventiva und Behandlungsmöglichkeiten können millionenfaches Leid verhindern und bezahlbare Lösungen liefern, zum Beispiel für das Problem zunehmender Antibiotikaresistenzen, die etwa bei Tuberkulose immer dramatischere Auswirkungen haben. Trotz weltweiter Verbreitung und immenser Todeszahlen (1,5 Mio. Todesfälle 2013) ist die Tuberkulose weiter nur schlecht erforscht. Weitere Informationen finden sie hier.

Neue Mechanismen gegen vernachlässigte Krankheiten , Ebola und antimikrobielle Resistenzen

Wir brauchen eine grundlegende Reform des Systems der medizinischen Forschung, um diesen Problemen zu begegnen. Vom G7-Gipfel in Elmau sollte daher ein Signal ausgehen, dass diese grundsätzlichen Probleme anerkannt und Alternativen zu einem allein auf profitgetriebenen Anreizen basierten System aufzeigt werden. Dazu gehören Instrumente wie Forschungsprämien, die medizinische Forschung gezielt anreizen und bezahlbare Medikamente, Diagnostik und Impfstoffe liefern können. Dazu gehören auch so genannte Produktentwicklungspartnerschaften, die medizinische Forschung auf eine nicht gewinnorientierte Weise organisieren. Beispielhaft dazu hat Ärzte ohne Grenzen ein Konzept zur Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung der Tuberkulose erarbeitet. Informationen dazu finden sie hier.