Frühjahrskonferenz 2017 - Die politische Bedeutung der Humanitären Hilfe in Kontexten von Flucht und Vertreibung

Sie konnten nicht persönlich teilnehmen? Auf YouTube können Sie sich die Aufzeichnungen der Frühjahrskonferenz in ganzer Länge ansehen!

Dienstag, 14. März 2017

Baden-Württembergische Landesvertretung
Tiergartenstraße 15
10785 Berlin

Jedes Jahr versuchen hunderttausende Menschen nach Europa zu gelangen, oft auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Verfolgung. Allein auf der gefährlichen Reise von Nordafrika über das Mittelmeer haben 2016 mehr als 5000 Menschen ihr Leben verloren. Ärzte ohne Grenzen ist seit Mai 2015 auf dem Mittelmeer im Einsatz.

Trotz steigender Flüchtlingszahlen hat die EU 2014 das italienische Seenotrettungsprogramm Mare Nostrum durch Frontex Plus ersetzt. Dies begründeten die EU-Innenminister damals unter anderem mit der Sorge, die Seenotrettung stelle in erster Linie einen „Pull-Faktor“ dar. Seit 2016 kursiert der Vorschlag, im Mittelmeer gerettete Menschen in nordafrikanische Länder wie Tunesien oder Ägypten zu schicken.

Gleichzeitig wird diskutiert, ob und wie die Humanitäre Hilfe in der „Fluchtursachenbekämpfung“ eingesetzt werden sollte. Wie kompatibel ist Humanitäre Hilfe mit diesen politischen Zielsetzungen und welche Rolle spielen humanitäre Akteure in diesen Fällen?

Zur diesjährigen Frühjahrskonferenz lädt Ärzte ohne Grenzen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Forschung, von Hilfsorganisationen und Medien ein, um die politische Bedeutung der Humanitären Hilfe in Kontexten von Flucht und Vertreibung zu diskutieren.

Programm

13.30-14.00 Uhr Registrierung und Kaffee

14:00-15:00 Uhr Impulsvorträge
(in der Reihenfolge ihres Auftretens)

Volker Westerbarkey, Präsident, MSF (Berlin)
Tammam Aloudat, Deputy Medical Director, MSF (Genf)
Heidi Anguria, Krankenpflegerin, MSF (Berlin) - via Videobotschaft

15:00-16:30 Uhr Podiumsdiskussion: Pull-Faktor Seenotrettung?

Tankred Stöbe, Mitglied des International Board, MSF
David Kipp, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Forschungsgruppe Globale Fragen, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Almaz Zerai, Hämatologin/internistische Onkologin und leitende Ärztin, Kantonspital Baselland
Chair: Philipp Hedemann, Freier Journalist

16:30-17:00 Uhr Kaffeepause

17:00-18:30 Uhr Podiumsdiskussion: Humanitäre Hilfe als Instrument der „Fluchtursachenbekämpfung"?

Rüdiger König, Abteilungsleiter, Abteilung S: Krisenprävention, Stabilisierung und Konfliktnachsorge, Auswärtiges Amt
Katharina Lumpp, Vertreterin des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR)
Esther Meininghaus, Senior Researcher, Bonn Center for Conversion (BICC)
Florian Westphal, Geschäftsführer, MSF (Berlin)
Chair: Julia Steets, Direktorin, Global Public Policy Institute (GPPI)

18:30-19:30 Uhr Empfang

***This event will be held in German and English and simultaneous translation will be available.***

Die Anmeldung finden Sie hier.