FFP2-Masken: Das sollten Sie jetzt wissen

Eine FFP2-Maske schützt vor Infektionen.

Im Einsatz gegen Epidemien und gefährliche Krankheiten gehören FFP2-Masken zur standardmäßigen Ausrüstung unserer Mitarbeiter*innen. Sie schützen medizinisches Personal und Patient*innen vor gefährlichen Krankheiten und tragen so dazu dabei, Menschenleben zu retten. In Deutschland gilt seit 19. Januar eine Pflicht zum Tragen von sogenannten OP-Masken oder Masken der Standards FFP2 oder KN95/N95 im Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Genauere Informationen dazu sind hier zu finden. Die Masken sollen dabei helfen, die Ausbreitung der hochansteckenden Mutation des SARS-CoV-2-Virus zu verlangsamen und die COVID-19-Pandemie einzudämmen.

Im Interview erklärt unser Berater für Humanitäre Angelegenheiten und Experte für Covid-19, Marcus Bachmann, wie die FFP2-Masken schützen, worauf man beim Kauf achten sollte und wie oft man sie verwenden darf.   

Was ist der Unterschied zwischen einem Mund-Nasen-Schutz und einer FFP2-Maske?  

Es gibt zwei wesentliche Unterschiede. Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz (MNS) bzw. eine Alltagsmaske aus Stoff dienen in erster Linie nicht dazu, diejenigen vor einer Ansteckung zu schützen, die die Maske tragen. Vielmehr sollen alle anderen vor den möglicherweise vorhandenen Keimen des- oder derjenigen geschützt werden, der oder die die Maske trägt. In unseren Projekten tragen beispielsweise Chirurg*innen und OP-Assistent*innen FFP2-Masken, um Patient*innen während einer Operation nicht mit Erregern zu infizieren. Die FFP2-Masken („Filtering Face Piece“, auf Deutsch „Gesichtsteil mit Filterwirkung“) können - anders als ein einfacher MNS - auch die Träger*innen vor einer Infektion schützen. Es ist aber ganz wichtig, dass die FFP2-Masken kein Auslassventil besitzen, damit sie auch die anderen vor einer möglichen Infektion schützen. [1]

In welchen Fällen kommen FFP2-Masken normalerweise zum Einsatz?   

FFP2-Masken werden normalerweise von medizinischem Personal in Umgebungen mit geringerem bis hohem Ansteckungsrisiko getragen. Ebenso werden sie für viele Arbeitsschritte in medizinischen Labors oder auf Normalstationen in Krankenhäusern verwendet.   

Wenn die Ansteckungsgefahr für medizinisches Personal besonders hoch ist, werden FFP3-Masken verwendet, die einen noch höheren Wirkungsgrad haben. Unsere Mitarbeiter*innen tragen immer dann FFP3-Masken, wenn sie einem extrem bzw. sehr hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, wie zum Beispiel auf COVID-19 Intensivstationen oder in den Notaufnahmen. 

Marcus Bachmann

Wie schützen FFP2-Masken?  

FFP-2 Masken schützen durch einen Filtereffekt, das heißt, sie binden Partikel oder Erreger, sodass sie nicht weiterverbreitet werden können. Dabei können unterschiedliche physikalische Prinzipien genutzt werden, wie. z.B. der elektrostatische Effekt, der Diffusionseffekt oder der Siebeffekt. FFP2-Masken können auch zusätzlich mit viroziden (= virusabtötenden) Substanzen behandelt sein.

Bekommt man durch FFP2-Masken schlechter Luft?  

Um Partikel bzw. Erreger zu filtern, erhöht sich natürlich der Atemwiderstand, um die Luft durch die FFP2-Masken zu pressen bzw. zu saugen. Um eine optimale Filterwirkung und damit Schutzwirkung zu erzielen, muss man auf den exakten Sitz der FFP2-Masken achten. Man sollte wegen der Belastung beim Atmen Maskenpausen machen - natürlich nur in einem Umfeld, in dem man keine anderen Personen oder sich selbst potenziell gefährden kann.

Kann man auch Masken mit Ventil verwenden?  

Masken mit (Auslass-)Ventil sind nicht geeignet, um andere Personen vor einer potenziellen Ansteckung mit COVID-19 durch den Träger zu schützen. Daher sollte man keine FFP2-Masken mit Ventil verwenden.

Worauf sollte man bei einer FFP2-Maske achten?   

FFP2-Masken müssen einer Norm entsprechen, deren Einhaltung von einer unabhängigen Prüfstelle kontrolliert wurde. Das Prüfzeichen (z.B. eine CE-Kennzeichnung) mit der Nummer der Prüfstelle muss auf der FFP2-Maske aufgedruckt sein. Beim Kauf muss auf Verlangen der Käufer*in eine Prüfbestätigung vorgelegt werden. Damit geht man auf Nummer sicher, dass die FFP-2-Maske auch leistet, was sie leisten soll.  

Entscheidend ist auch der exakte Sitz bzw. eine gute Passform der FFP2-Maske. Es gibt Masken für verschiedene Gesichtsformen und Größen. Man kann das recht einfach testen: Zuerst tief einatmen. Dabei sollte die Maske ans Gesicht gepresst werden. Ist das nicht der Fall, gelangt zu viel Luftstrom an der Maske vorbei. 

Darf man FFP2-Masken wiederverwenden?  

Die meisten Hersteller empfehlen, die Maske zu wechseln, sobald sie durchfeuchtet ist, was üblicherweise nach spätestens zwei bis drei Stunden der Fall ist. Weil der Bedarf an FFP2-Masken in der Pandemie sehr groß ist und das Angebot begrenzt, gibt es Überlegungen, FFP2-Masken mehrfach zu verwenden.   

Die FFP2-Masken können potenziell kontaminiert sein (also Erreger enthalten können). Daher ist es wichtig, die Filterflächen nicht mit den Händen zu berühren und die FFP2-Masken in einem geschlossenen Behältnis oder Plastiktütchen aufzubewahren. Natürlich muss man auch die Hände gründlich reinigen.    

Generell sollte man sich diesbezüglich ausschließlich auf Empfehlungen von seriösen Quellen wie Behörden verlassen.

Wie muss man die Masken "warten"?  

In jedem Fall ist es wichtig, sich an die Angaben des Herstellers zu halten.  

Die einfachste Methode ist es, die FFP2-Maske sieben Tage nach ihrer letzten Verwendung zu Hause zum Trocknen aufzuhängen. Das heißt, mit sieben FFP2-Masken, die man wechselnd einsetzt, ist eine Weiterverbreitung von Virusmaterial weitestgehend ausgeschlossen. Eine weitere Methode kann sein, die Viren auf einer Maske im Backofen bei trockener Hitze von 80 Grad Celsius für ca. 60 Minuten vollständig zu inaktivieren.  

Beschädigte oder verschmutzte FFP2-Masken müssen jedoch entsorgt werden, da sie Ihre Schutzwirkung nicht mehr (voll) entfalten.    

 

[1] Für FFP2-Masken gelten exakte Normen, wie viele Keime bzw. Partikel sie filtern können. Das wird durch unabhängige Prüflabore kontrolliert. Es gibt auch FFP1-Masken mit geringerer Filterleistung und FFP3-Masken mit höherer Filterleistung.