Nepal

Die Erdbeben in Nepal haben überrascht, der Regen ist zu erwarten

Ärzte ohne Grenzen verteilt unter anderem Wellblechplatten und Nägel im Gorkha Bezirk. So sollen die von dem Erdbeben in Nepal betroffenen Familien befähigt werden ihre Häuser wieder aufzubauen. 

 

Vor gut einem Monat wurde Nepal vom ersten von zwei schweren Erdbeben erschüttert und in nur wenigen Wochen beginnt der Monsun-Regen. Ärzte ohne Grenzen befindet sich im Wettlauf gegen die Zeit, um rechtzeitig die Menschen in entlegenen Dörfern mit medizinischem Material und Notunterkünften zu versorgen.

Schwierige Logistik- und Geländeverhältnisse schränken die Transportmöglichkeiten nach dem Erdbeben in Nepal ein und unsere Teams müssen die Materialien täglich mit Helikoptern in die Dörfer nördlich und östlich von Kathmandu bringen. Wenn der Monsun einmal beginnt, wird es noch schwieriger sein, die abgelegenen Regionen in Nepal zu erreichen. Nach dem Erdbeben sind die Straßen zerstört und die dort lebenden Menschen besonders gefährdet.

Die beiden Erdbeben in Nepal

Am 25. April erschütterte Nepal ein Erdbeben mit der Stärke von 7,8 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Distrikt Gorkha, 80 Kilometer westlich von Kathmandu. Ärzte ohne Grenzen begann umgehend damit, der betroffenen Bevölkerung zu helfen, nahm mobile Kliniken in Betrieb und stellte Notunterkünfte und Hygienekits bereit. In einigen Dörfern fanden unsere Teams nach dem Erdbeben komplett zerstörte Häuser und Gesundheitseinrichtungen vor. In Arughat, im Distrikt Gorkha, wo die Hauptgesundheitseinrichtung zerstört wurde, errichtete Ärzte ohne Grenzen ein aufblasbares Krankenhaus. Dort bieten wir Gesundheitsleistungen für die umliegenden Gemeinden an.

Am 12. Mai, als das zweite Erdbeben in Nepal östlich von Kathmandu ausbrach, waren unsere Teams bereits vor Ort und daher in der Lage direkt Betroffene zu behandeln und Patienten mit schwerwiegenden Verletzungen aus den abgelegenen Dörfern zu evakuieren.

Wir reagieren weiterhin auf die Bedürfnisse, die sich in Folge der beiden Erdbeben in Nepal den unterschiedlichen Distrikten ergeben haben, wobei unser Hauptaugenmerk auf der besonders betroffenen Bevölkerung in den abgelegenen, schwer zu erreichenden Gegenden liegt.

Schwerpunkt Unterkünfte

Die Bereitstellung von Zelten, Planen und Konstruktionsmaterial stellt in dieser Phase den wichtigsten Teil der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen dar. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Menschen eine Unterkunft haben, bevor der Monsun beginnt. Unsere Teams haben die Anzahl der Helikopter-Flüge erhöht, um in den betroffenen Regionen so viele Menschen wie möglich rechtzeitig mit Notunterkünften zu versorgen.

Dort wo die Straßen zugänglich sind, nutzt Ärzte ohne Grenzen Autos und LKWs, um Unterkünfte und Kits mit Hygieneartikeln zu verteilen. Bis jetzt haben unsere Teams Notunterkünfte an über 10.000 Haushalte in abgelegenen Dörfern ausgegeben.

Jedes Leben zählt

Vor jedem Einsatz führt Ärzte ohne Grenzen eine Bewertung der betroffenen Gebiete durch, um die Bedürfnisse nach dem Erdbeben in Nepal festzustellen. Die Teams zur Einschätzung der Lage bestehen aus medizinischem Personal, welches Patienten vor Ort untersucht und behandelt und diejenigen mit schwerwiegenden Verletzungen evakuiert. Nach den Erdbeben in Nepal haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen mehr als 3.000 ärztliche Untersuchungen durchgeführt und Menschen, die in akuter Lebensgefahr schwebten, umgehend evakuiert.

Insgesamt sind laut WHO rund 1150 Gesundheitseinrichtungen in den 14 am stärksten betroffenen Distrikten Nepals komplett oder teilweise zerstört worden.