Broschüre: „Ein System verfehlt sein Ziel“ - Warum sich medizinische Forschung an den Bedürfnissen der Patienten orientieren muss

In ärmeren Ländern wie Swasiland erhalten viele Menschen mit multiresistenter Tuberkulose veraltete Medikamente mit gravierenden Nebenwirkungen. Diese Frau hat infolge der TB-Behandlung ihr Gehör verloren. Sie verständigt sich mit unserem Mitarbeiter in Gebärdensprache.

Forschung und Entwicklung orientiert sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen, sondern an den Profitaussichten der Unternehmen. In unserer aktuellen Broschüre „Ein System verfehlt sein Ziel“ erläutern wir dies, zeigen Lösungsansätze auf und skizzieren, welche Rolle die deutsche Bundesregierung dabei spielen muss.

Jeden Tag erleben Teams von Ärzte ohne Grenzen, dass Menschen, die dringend Hilfe benötigen, nicht adäquat behandelt werden können. Wir sehen in Swasiland, dass Patientinnen und Patienten mit multiresistenter Tuberkulose ihr Gehör verlieren, weil die zur Verfügung stehenden Antibiotika toxische Nebenwirkungen haben. In der Demokratischen Republik Kongo können nicht alle Patientinnen und Patienten auf die Schlafkrankheit untersucht werden, weil eine Kühlkette, die für die diagnostischen Verfahren erforderlich ist, nicht gewährleistet werden kann. In Tadschikistan stellen unsere Kolleginnen und Kollegen selbst Tuberkulose-Medikamente für Kinder zusammen, weil keine geeigneten Dosierungen für sie entwickelt werden.

Dies sind nur einige Beispiele eines inzwischen globalen Phänomens: Für Krankheiten, die vor allem Menschen in ärmeren Ländern betreffen, sind Methoden zur Diagnose, Impfstoffe und Medikamente häufig entweder nicht für die klimatischen und strukturellen Gegebenheiten vor Ort zugeschnitten, nicht bezahlbar oder gar nicht erst entwickelt. Zudem zeigt der weltweit starke Anstieg von antimikrobiellen Resistenzen – auch in Deutschland – eindrücklich, dass es für Krankheiten, die beispielsweise nicht langwierig behandelt werden müssen, kaum moderne Methoden zur Diagnose und neue Medikamente gibt.

Lesen Sie mehr dazu in unserer Broschüre: