Demokratische Republik Kongo

Ebola: Erster Fall in Millionenstadt äußerst besorgniserregend 

Archivbild von 2015 aus Guinea, wo Ärzte ohne Grenzen den Ausbruch in Westafrika bekämpfte.

Kinshasa/Berlin, 17. Mai 2018. Ärzte ohne Grenzen ist besorgt über den ersten bestätigten Ebola-Fall in der Millionenstadt Mbandaka in der Demokratischen Republik Kongo. „Mit dem Fall in Mbandaka ist die Situation äußerst ernst und besorgniserregend geworden, da die Krankheit erstmals eine Stadt erreicht hat“, sagt Henry Gray, Notfallkoordinator von Ärzte ohne Grenzen. „Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist der neunte im Kongo in den vergangenen vierzig Jahren. Bisher waren aber alle in sehr isolierten Regionen, wie vergangenes Jahr in Likati, wodurch sich die Krankheit nie weit verbreitet hat.“ Ärzte ohne Grenzen hat seit dem 5. Mai Ebola-Experten vor Ort und baut die Hilfe weiter aus.

Mbandaka hat mehr als eine Million Einwohner und ist eine geschäftige Hafenstadt. Bislang zeigten nahe dem Epizentrum der Epidemie im Osten des Tumbasees 42 Menschen Symptome von Hämorrhagischem Fieber. Bei zwei von diesen 42 Patienten wurde Ebola im Labor bestätigt. Bislang gab es 23 Tote. Mehr als 500 Menschen, die Kontakt zu den Infizierten gehabt haben könnten, wurden von den lokalen Gesundheitsbehörden informiert und stehen unter Beobachtung.

Ärzte ohne Grenzen hat die Hilfe in den betroffenen Regionen ausgebaut, um den Ausbruch so schnell wie möglich einzudämmen. Notfallteams mit Ebola-erfahrenen Experten der Organisation haben eine Isolationszone im größten Krankenhaus von Mbandaka und eine in der Klinik in Bikoro errichtet. Die Teams bauen zusätzlich zwei Ebola-Behandlungszentren in Mbandaka und Bikoro mit jeweils zwanzig Betten auf. Bis Ende der Woche sollen 50 Tonnen medizinische Hilfsgüter inklusive Hygienematerial und Schutzanzügen ins Ebola-Gebiet gebracht werden.

Es sei nun extrem wichtig, dass genau nachvollzogen wird, wie der Fall in die Stadt kam, sagt Notfallkoordinator Gray. „Wir arbeiten sehr eng mit dem Gesundheitsministerium und anderen Organisationen zusammen, um eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern.“