Jemen

Unsere Teams bauen Hilfe für Cholera-Epidemie weiter aus - Video

Die Cholera-Epidemie im Jemen weitet sich immer mehr aus und viele Menschen können nicht rechtzeitig behandelt werden.

Teams von Ärzte ohne Grenzen haben die Hilfe für die Cholera-Epidemie im Jemen weiter ausgebaut und bislang mehr als 75.500 Patientinnen und Patienten behandelt. Die Cholera-Epidemie hat das bereits schwache Gesundheitssystem überlastet. In den vergangenen zehn Tagen ist zwar ein Rückgang bei der Zahl der an Cholera und wässrigem Durchfall Erkrankten festzustellen, doch der Hilfsbedarf bleibt enorm. Zudem drohen neue Herausforderungen.

Seit Anfang April hat sich die Cholera-Epidemie im Jemen in einer zweiten Welle drastisch in fast allen Provinzen des Landes ausgebreitet: Die Weltgesundheitsorganisation und nationale Gesundheitsbehörden melden insgesamt mehr als 344.700 Cholera-Verdachtsfälle (Stand: 25. Juli 2017). 1.784 Menschen sind gestorben. Unsere Teams haben seitdem mehr als 75.500 Patienten mit Cholera und akutem wässrigem Durchfall behandelt. Im Kampf gegen die Cholera-Epidemie im Jemen betreiben wir derzeit 18 Cholera-Behandlungszentren bzw. –einheiten in neun Provinzen des Landes. Neben der medizinischen Arbeit helfen wir auch dabei, die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen.

Cholera-Epidemie im Jemen – neue Schwierigkeiten

Trotz eines Rückgangs der Fälle in den vergangenen zehn Tagen ist der Bedarf an medizinischer Hilfe weiter enorm. „Schon vor dem Ausbruch der Cholera-Epidemie im Jemen war der Bedarf an medizinischer Versorgung riesig“, sagt Ghassan Abou Chaar, unser Landeskoordinator im Jemen. Aufgrund des anhaltenden Konflikts ist das Gesundheitssystem so gut wie kollabiert. Viele Menschen sind viel anfälliger für Cholera, weil ihnen der Zugang zu Trinkwasser, Sanitäranlagen und medizinischer Betreuung fehlt. Das geschwächte Gesundheitssystem könnte eine erneute Cholera-Welle kaum auffangen. Zudem kommen jetzt mit dem Beginn der Regenzeit weitere Schwierigkeiten hinzu, da sich Cholera, aber auch andere Krankheiten wie Malaria schneller verbreiten. Die humanitäre und medizinische Hilfe muss dringend aufgestockt werden, um die Cholera-Epidemie im Jemen unter Kontrolle zu bringen und eine neue Cholera-Welle zu verhindern.

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