Jemen

Regenzeit: Keine Entwarnung bei Cholera-Epidemie im Jemen

Unsere Teams verfolgen beim Vorgehen gegen die Cholera-Epidemie im Jemen zwei Ziele: Die Versorgung der Patienten und die Eindämmung der Epidemie.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Cholera-Epidemie im Jemen ausbreitet, nimmt seit Mitte Juli kontinuierlich ab. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht die Zahl der registrierten Verdachtsfälle weiter zurück. Trotzdem sieht Ärzte ohne Grenzen keinen Grund zur Entwarnung, denn das nationale Gesundheitswesen ist aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs zusammengebrochen und die Regenzeit bringt neue Gefahren.

Die Cholera-Epidemie im Jemen hält an. Zwischen dem 27. April und dem 27. August dieses Jahres meldeten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und nationale Gesundheitsbehörden insgesamt 575.249 Cholera-Verdachtsfälle. 2.025 Menschen sind in diesem Zeitraum gestorben. Dies ist die größte Epidemie, die im Jemen je aufgezeichnet wurde und zugleich der schlimmste Cholera-Ausbruch seit in Haiti die Krankheit im Jahr 2010 nach einem verheerenden Erdbeben ausgebrochen war.

Seit Mitte Juli geht die Zahl der Neuerkrankungen im Jemen stetig zurück. Doch die Cholera-Epidemie ist damit noch nicht vorüber. Es herrscht weiterhin Krieg und der wirtschaftliche und institutionelle Niedergang im Land nimmt seinen Lauf. Das Gesundheitswesen ist zusammengebrochen. Es mangelt an Trinkwasser und funktionierenden sanitären Anlagen. Außerdem hat gerade die Regenzeit begonnen. Damit erhöht sich die Gefahr einer erneuten Zunahme der Ansteckungsfälle bei der Cholera-Epidemie im Jemen.

Unverminderte Wachsamkeit erforderlich

Ärzte ohne Grenzen bleibt bei der Cholera-Epidemie im Jemen daher weiterhin äußerst wachsam. Unsere Teams sind derzeit in 22 Cholera-Behandlungszentren tätig, die wir selbst eingerichtet haben oder unterstützen. Den momentanen Rückgang der Patientenzahlen nutzen wir für Vorsorgemaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen führen Veranstaltungen zur Gesundheitsbildung durch, übermitteln Aufklärungsbotschaften an lokale Moscheen und Radiostationen und verteilen u.a. Hygieneartikel und Desinfektionsmittel.

Hier finden weitere Hintergrundinfos zur Cholera-Epidemie.