Zivilisten zwischen Kämpfen bewaffneter Gruppen

Zentralafrikanische Republik

Flucht der Menschen in die Nachbarländer Kamerun und Tschad

Die Gewalt in dieser Region trieb zudem etwa 30.000 Menschen in die Flucht ins Nachbarland Kamerun. Ärzte ohne Grenzen verteilte Nahrungsmittel an die Flüchtlinge, nachdem alarmierende Unterernährungsraten bei den Kindern festgestellt worden waren. Die betroffenen Kinder wurden behandelt.
Mehr als 45.000 Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik flohen zudem in den Süden des Tschad. Ärzte ohne Grenzen arbeitet dort in einem Distriktkrankenhaus und versorgt sowohl die in Camps lebenden Flüchtlinge als auch die lokale Bevölkerung.

In Teilen der Provinz Vakaga im Nordosten des Landes, in der rund 45.000 Menschen leben, mussten Tausende wegen der Gewalt zwischen Rebellen und Regierungstruppen ihre zerstörten Häuser und Dörfer verlassen. Viele suchten Zuflucht im nahegelegenen Wald. In der gesamten Region gibt es fast keine Gesundheitsversorgung. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Bevölkerung mit mobilen und permanenten Kliniken in Birao und Gordil.

Die Ende 2005 begonnenen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und verschiedenen Rebellengruppen im Norden der Zentralafrikanischen Republik haben zur Vertreibung vieler Menschen geführt. Im Nordwesten des Landes wurden Dörfer angegriffen, geplündert und niedergebrannt. Die Bewohner flüchteten in die umliegenden Wälder, wo sie kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Zusätzlich leiden die Zivilisten unter der Gewalt von Banditen, die die Straßen unsicher machen.

Im Jahr 2007 unterstützte Ärzte ohne Grenzen Krankenhäuser und Gesundheitszentren in und um die nordwestlichen Ortschaften Kabo, Batangafo, Paoua, Kaga Bandoro, Markounda und Boguila sowie in Birao und Gordil im Nordosten des Landes. In den ersten acht Monaten des Jahres führten die Mitarbeiter mehr als 100.000 Konsultationen durch. Sie behandelten Zehntausende Menschen, darunter viele Kinder unter fünf Jahren, gegen Malaria und andere Infektionskrankheiten, die sich aufgrund der prekären Lebensbedingungen oft schnell verbreiten.

Schikanen und ein allgemeines Klima der Unsicherheit zwangen die Teams von Ärzte ohne Grenzen mehrfach dazu, die mobilen Kliniken kurzfristig zu stoppen. Die betroffenen Menschen blieben dadurch teilweise bis zu acht Wochen ohne jegliche Gesundheitsversorgung. Im Juni 2007 wurde die Projektmitarbeiterin Elsa Serfass auf einer Erkundungsfahrt erschossen. Dieser Vorfall führte dazu, dass die Projekte von Ärzte ohne Grenzen im Nordwesten des Landes längerfristig reduziert wurden.