Philippinen

"Wir haben alle Hände voll zu tun"- trotz des zurückgehenden Hochwassers wird medizinische Hilfe weiterhin gebraucht

Verteilung von Hilfsgütern

Die Überschwemmungen im August haben schätzungsweise 4,2 Millionen Menschen in 17 Provinzen in und um die Hauptstadt Manila in Mitleidenschaft gezogen. 109 Menschen starben, die meisten von ihnen ertranken oder wurden durch Erdrutsche getötet. Das Hochwasser ist mittlerweile zurückgegangen und viele Menschen kehren nach Hause zurück. Medizinische Hilfe wird aber weiterhin gebraucht. Ärzte ohne Grenzen unterstützt daher zwei Wohngegenden, in denen der Zugang zur Gesundheitsversorgung besonders schwierig ist, mit Nothilfe.

"Für die Barangays* waren die Beeinträchtigungen ziemlich katastrophal ", sagt Brian Moller, Leiter des Noteinsatzes."Obwohl Überschwemmungen während des Monsuns häufig vorkommen, wirken sie sich auf die Menschen jedes Mal erneut stark aus." Jetzt sind die Bewohner sehr mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Ärzte ohne Grenzen betreibt mobile Kliniken in den Gemeinden Hagonoy und Calumpit in der Provinz Bulacan nördlich von Manila. Dort ist der Bedarf an medizinischer Hilfe noch immer sehr hoch. "In der vergangenen Woche untersuchten die Teams unserer mobilen Kliniken zwischen 100 und 150 Personen pro Tag. Wir haben alle Hände voll zu tun, und die Menschen brauchen unsere Dienste."

Schwerpunkt: durch verunreinigtes Wasser verursachte Krankheiten

Die häufigsten gesundheitlichen Probleme sind Infektionen der Atemwege, Hautinfektionen und chronische Krankheiten wie Bluthochdruck. Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich außerdem auf die Überwachung und Behandlung von Krankheiten, die durch das Wasser verursacht werden, etwa Leptospirose - eine schwere bakterielle Infektion, die durch verunreinigtes Wasser übertragen wird. 36 Fälle von Leptospirose wurden in der Provinz festgestellt, die Zahl steigt. Ärzte ohne Grenzen arbeitet nun mit den lokalen Behörden an der Verteilung des Antibiotikums Doxycyclin, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

Die Teams der Organisation sind außerdem im Hygiene- und Sanitärbereich tätig, um die Ausbreitung von durch verunreinigtes Wasser verursachten Krankheiten zu reduzieren. In den Regionen Calumpit und Hagonoy wurden etwa 3.000 Hygiene-Sets verteilt. Diese Sets beinhalten Artikel wie Seife, Eimer und Handtücher. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden hat Ärzte ohne Grenzen außerdem Wasserreinigungstabletten sowie Kanister verteilt und hilft bei der Entsorgung von 6.400 Tonnen Hausmüll.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete 1987 erstmals auf den Philippinen. 2011 half die Organisation bei den schweren Überschwemmungen in der Provinz Bulacan - damals wurden 2.600 Untersuchungen durchgeführt und 20.000 Liter Trinkwasser verteilt.

*kleinere lokale Viertel