Tschad

Westafrika ist von der schwersten Meningitisepidemie seit Jahren betroffen - Ärzte ohne Grenzen führt größte Impfkampagne in der Geschichte der Organisation durch

Allein im Niger hat Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium bereits 2,6 Millionen Menschen geimpft.

Im sogenannten Meningitis-Gürtel im südlichen Afrika sind seit Anfang des Jahres mehr als 1.900 Menschen durch Meningitis gestorben. In den Regionen von Nigeria, Niger und Tschad, in denen Ärzte ohne Grenzen an Meningitis leidende Patienten behandelt, sind 56.000 Menschen erkrankt. Die Organisation impft dort derzeit mehr als sieben Millionen Menschen. Das ist die größte Impfkampagne, die Ärzte ohne Grenzen jemals durchgeführt hat.

Teams von Ärzte ohne Grenzen fahren jeden Tag in städtische und ländliche Krankenstationen, um Daten zu sammeln, Patienten zu behandeln und Medikamente auszuliefern. Gleichzeitig führt Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden eine Impfkampagne durch, um die Auswirkungen der Epidemie einzuschränken.

Meningitis ist eine ansteckende, manchmal tödliche, bakterielle Infektion der Gehirnmembran. Die Bakterien werden durch Tröpfchen oder Rachensekrete übertragen. Durchschnittlich sterben die Hälfte der unbehandelten Patienten und einer von zehn behandelten.

Nigeria sehr stark betroffen

Die derzeitige Meningitisepidemie im Norden von Nigeria ist die schlimmste seit 1996. Ärzte ohne Grenzen arbeitet in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium seit vier Monaten in neun Staaten, um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Es wurden über 50.000 Fälle von Meningitis gezählt und mehr als 1.500 Menschen sind gestorben.

"Nigeria ist dieses Jahr sehr stark von der Epidemie betroffen", sagt Ibrahim Younis, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Nigeria. "Die Bemühungen der Teams haben aber bewirkt, dass die Zahlen in einigen Gebieten bereits sinken. Die Antibiotika, die an die Menschen verteilt werden, sind sehr wirksam, so dass es wenig Todesfälle gibt."

Zur gleichen Zeit haben die Teams bereits nahezu drei Millionen Menschen geimpft, weitere 1,6 Millionen Menschen sollen in den nächsten Wochen geimpft werden.

Impfkampagnen auch in Niger und im Tschad

In Niger breitet sich die Epidemie in einigen südlichen Gebieten aus. Teams von Ärzte ohne Grenzen und dem Gesundheitsministerium behandeln Patienten, die mit Meningitis infiziert sind und führen in Dosso, Maradi und Zinder Impfkampagnen durch. Zusätzliche Mitarbeiter wurden in die Hauptstadt Niamey geschickt, wo Ärzte ohne Grenzen ebenfalls Meningitispatienten behandelt. Laut Gesundheitsministerium wurden in diesen Gebieten bisher über 6.400 Meningitisfälle und 288 Todesfälle gezählt.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium impft Ärzte ohne Grenzen in den südlichen Regionen von Dosso, Maradi und Zinder 2,6 Millionen Menschen.

Tschad ist ebenfalls von einem Meningitisausbruch betroffen. Das Gesundheitsministerium berichtet 114 Todesfälle und Tausende von Meningitisfällen im ganzen Land. Ärzte ohne Grenzen hat begonnen, die Menschen im südlichen Durbali zu impfen, Goundi und Pala werden folgen. Die Gesamtzielgruppe wird auf über 120.000 geschätzt.

187 internationale und 7.500 nationale Mitarbeiter sind in die Impfkampagnen und Behandlung der Meningitispatienten in Nigeria, Niger und Tschad involviert.