Myanmar

Von einer misslichen Lage in die nächste - Unterstützung von Rohingya Flüchtlingen in einem weiteren Übergangslager

Ärzte ohne Grenzen unterstützt aus Myanmar (Birma) geflohene Rohingya-Flüchtlinge, in einem weiteren Übergangslager in Bangladesch. Die Menschen leben dort unter inakzeptablen humanitären Bedingungen. Eine langfristige Lösung zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Rohingyas ist sowohl in Myanmar als auch in den Zufluchtsländern dringend notwendig, um ihre Würde und Gesundheit zu schützen.

Ärzte ohne Grenzen wurde kürzlich auf die katastrophale Gesundheitssituation der Rohingya in Kutupalong in Bangladesch aufmerksam. Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit aus dem Gebiet Rakhine im nördlichen Myanmar (Birma). Sie flüchten seit Jahrzehnten vor der Verfolgung und Diskriminierung in Myanmar in andere Länder. Leider finden dort nur wenige von ihnen die Unterstützung, die sie sich erhoffen, und viele erleben in den Zufluchtsländern erneut Demütigungen.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen in Bangladesch hat die Gegend begutachtet und eine inakzeptable humanitäre Situation für die 20.000 dort lebenden Menschen vorgefunden.  "Die Wasser- und Sanitärsituation in dem inoffiziellen Kutupalong Lager ist erschreckend und muss dringend verbessert werden. Das Gesundheitsrisiko in dem Lager ist enorm hoch, da es überall Fäkalien und verschmutztes Wasser gibt. Die wenigen Wasserstellen, die es gibt, sind sehr schlecht geschützt", sagt Michel Becks, Wasser- und Sanitärexperte von Ärzte ohne Grenzen in Bangladesch.

 

Ernährungszustand ebenfalls alarmierend

Die akute Mangelernährung überschreitet die Grenze zu einer Notsituation. Die anstehende Regenzeit bedroht die Bevölkerung zusätzlich. Daher wird sofortige Hilfe benötigt, um weitere Krankheiten und Todesfälle zu vermeiden.

Ärzte ohne Grenzen startet mit Hilfe des Büros für humanitäre Hilfe der Europäischen Gemeinschaft (ECHO) ein Nothilfe-Programm. Dazu gehört die Gesundheitsversorgung für Kinder unter fünf Jahren, ein ambulantes und stationäres Ernährungsprogramm sowie die Verbesserung der Wasser- und Sanitärsituation im Lager.

Das Kutupalong Übergangslager ist im Süden von Cox´s Bazaar, in der Region um das Vertriebenenlager Kutupalong, das vom Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen geleitet wird. Derzeit sind mehr als 25.000 Flüchtlinge offiziell in Bangladesch registriert. Doch Hunderttausende weitere kämpfen ohne Aufmerksamkeit und Unterstützung ums Überleben. Sie kommen von einer misslichen Lage in die nächste und sind sehr gefährdet, ausgebeutet zu werden.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit Jahren medizinische Hilfe für die Rohingyas und erlebt ihr Leid innerhalb und außerhalb Myanmars.