Tadschikistan

Vernachlässigte Krankheiten - Multiresistente Tuberkulose

Tuberkulose-Patienten müssen sich in der Regel langwierigen und anstrengenden Behandlungen unterziehen. Wer jedoch an multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) leidet, für den ist der Weg zurück in ein gesundes Leben noch schwerer. Denn multiresistente Tuberkulose, die entsteht, wenn eine frühere Tuberkulose unvollständig oder falsch behandelt wurde, spricht auf die üblichen Medikamente der ersten Behandlungslinie gegen TB nicht an. Da die Zahl der Fälle in einem noch nie da gewesenen Tempo zunimmt und die hoch ansteckende Krankheit fallweise auch von Mensch zu Mensch übertragen wird, stellt die MDR-TB heute eine regelrechte Krise der öffentlichen Gesundheit dar.

2011 wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 630.000 Fälle multiresistenter Tuberkulose diagnostiziert. Da gerade einmal einer von zwanzig TB-Patienten auf Arzneimittelresistenz getestet wird, ist das nur die Spitze des Eisbergs. Trotzdem war die Reaktion der medizinischen Weltgemeinschaft bisher zögerlich, vage und ineffektiv, besonders was die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit MDR-TB angeht.

Am meisten vernachlässigt werden die an MDR-TB leidenden Kinder. Ron Haviv von der Fotoagentur VII hat sich das pädiatrische Behandlungsprogramm angesehen, das Ärzte ohne Grenzen in Tadschikistan durchführt - einem der ärmsten Länder Asiens, in dem sich die Krankheit heute in alarmierendem Tempo ausbreitet. Anhand der Erfahrungen einer Krankenschwester, die für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz ist und Kindern mit dieser Erkrankung zu helfen versucht, dokumentiert Haviv diese neue und überaus gefährliche medizinische Grenzsituation.