Swasiland

Vergessene Krisen 2013 - Swasiland

In einem Beratungsgespräch erfährt diese Frau aus Swasiland was HIV ist, wie das Virus übertragen wird und wie eine Ansteckung verhindert werden kann. In dem kleinen Königreich ist jeder vierte Erwachsene HIV-positiv.

In keinem Land der Erde ist der Anteil der Menschen mit HIV/Aids so groß wie im Königreich Swasiland. Ein Viertel aller Erwachsenen ist mit dem HI-Virus infiziert. Und nirgendwo auf der Welt gibt es prozentual mehr Menschen, die an Tuberkulose (TB) erkrankt sind. Auf 100.000 Einwohner kommen etwa 1.200 TB-Fälle. Immer mehr erkranken auch an resistenten Formen der TB und benötigen eine langwierige und schwierige Therapie, die nur in etwa 50 Prozent der Fälle erfolgreich ist. Das Gesundheitssystem kann diese Krise nicht auffangen. Die Lebenserwartung der rund 1,4 Millionen Menschen in Swasiland ist von 60 Jahren (1990er) auf 49 Jahre (2012) gefallen – und gehört damit zu den niedrigsten weltweit. (UN-Angaben)

Ärzte ohne Grenzen ist seit 2007 in Swasiland und behandelte dort im Jahr 2012 zusammen mit den Gesundheitsbehörden mehr als 20.000 HIV- und TB-Patienten. 80 Prozent aller TB-Patienten waren auch HIV-infiziert. Besondere Aufmerksamkeit widmet Ärzte ohne Grenzen der Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung des HI-Virus. 40 Prozent aller Schwangeren sind HIV-positiv.

Linda Vilakati (48) hat im Makayane-Krankenhaus die Behandlung gegen multiresistente Tuberkulose erfolgreich beendet:

„Ich verdanke mein Leben den Teams von Ärzte ohne Grenzen. Sie haben mich gut versorgt. Ich nannte deren Auto 'mein Auto', denn wann immer es auftauchte, brachte es Gesundheit, Hoffnung und Hilfe für mich. Wenn ich das Auto von Ärzte ohne Grenzen sah, waren meine Sorgen und mein Frust wie weggeblasen."

Zahlen:

  • Die Lebenserwartung liegt in Swasiland bei 49 Jahren. (UN)
  • Jeder vierte Erwachsene ist mit dem HI-Virus infiziert. (UN)
  • 40 Prozent aller Schwangeren sind HIV-positiv. (UN)

 

Vergessene Krisen 2013