Afghanistan

Trostlose Lebensbedingungen für Vertriebene auf dem ehemaligen Marktgelände von Baghrami in Kabul

Hunderte von Famlien suchen Zuflucht in diesen behelfsmäßigen Unterkünften auf dem ehemaligen Marktgelände von Baghrami.

Falschmeldung in der Tagesschau

Ärzte ohne Grenzen ist in der Tagesschau vom Samstag, dem 20. Februar 2010, fälschlicherweise in Zusammenhang mit Protesten gegen den deutschen Afghanistan-Einsatz genannt worden. Ärzte ohne Grenzen hat nie zu einer Demonstration gegen den Afghanistan-Einsatz aufgerufen. Der Chefredakteur der Tagesschau bestätigte gestern, dass der Fehler bei der Tagesschau-Redaktion lag, die Ärzte ohne Grenzen mit einer anderen Organisation verwechselt hat.

Für Ärzte ohne Grenzen als internationale Hilfsorganisation ist es von größter Wichtigkeit, den humanitären Prinzipen der Unabhängigkeit, Neutralität und Unparteilichkeit verpflichtet zu sein. Die internationale Hilfsorganisation akzeptiert für die Arbeit in Afghanistan keine staatlichen Gelder. Die Projekte werden ausschließlich mit privaten Spenden finanziert.

Die kalten Zementblöcke des ehemaligen Marktgeländes im Distrikt Baghrami im östlichen Teil Kabuls sind Zufluchtsort für Hunderte Familien geworden, die ihre Häuser aufgrund der Kämpfe in der Region Kapisa verlassen mussten. Die Familien sind vor ein paar Monaten in Kabul angekommen und gehören zu den vielen Tausend Menschen in Kabul, die seit Jahren vor dem Konflikt in Afghanistan fliehen. Viele von ihnen sind in Behelfsunterkünften in der ganzen Stadt untergekommen und leben unter trostlosen Bedingungen.

Die Menschen, die auf dem Markt in Baghrami zusammengedrängt leben, brauchen Nahrung, sauberes Wasser und medizinische Hilfe. Außerdem benötigen sie Unterstützung, um den kalten afghanischen Winter zu überstehen. Ärzte ohne Grenzen hat 3.500 Decken und 700 Plastikplanen verteilt. Die internationale Organisation wird mit der lokalen Hilfsorganisation SHRDO zusammenarbeiten, die sich auf die Gesundheitsversorgung für die Vertriebenen in Kabul spezialisiert hat. Gemeinsam werden sie sich um die medizinische Versorgung der Menschen auf dem Markt in Baghrami kümmern.

Ärzte ohne Grenzen wird in den kommenden Wochen ein Gesundheitszentrum von SHRDO unterstützten und deren Mitarbeiter ausbilden, medizinisches Material und eigene Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Auf diese Weise soll die Gesundheitsversorgung für Frauen, Männer und Kinder auf dem Markt in Baghrami gestärkt werden. Schwangere Frauen und diejenigen, die Nothilfe benötigen, werden in das Distriktkrankenhaus Ahmad Shah Baba überwiesen, das nur fünf Kilometer vom Markt in Baghrami entfernt ist. Ärzte ohne Grenzen unterstützt das Krankenhaus seit Oktober 2009 und leistet kostenlose medizinische Hilfe. Der Fokus liegt auf Unfall- und Geburtshilfe.

Unterstützung der Krankenhäuser Ahmad Shah Baba und Boost

Ärzte ohne Grenzen unterstützt das Krankenhaus Ahmad Shah Baba im Osten Kabuls und das Krankenhaus Boost in Laschkar Gah, die Hauptstadt der Provinz Helmand. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Arbeit in Afghanistan keine institutionellen Gelder. Die Projekte werden ausschließlich mit privaten Spenden finanziert.