Haiti

Teams von Ärzte ohne Grenzen erkunden die Ernährungssituation im Land

Dérilene hat fünf Kinder. Ihre jüngste Tochter, Wisleine, ist mangelernährt.

Medizinische Teams von Ärzte ohne Grenzen erkunden im Moment die Ernährungslage in verschiedenen Regionen von Haiti. Seit dem 4. November behandeln Ärzte der Organisation außerdem Kinder in der Gemeinde Baie d'Orange im Distrikt Belle Anse, in dem die Behörden in den vergangenen Wochen den Tod von Kindern aufgrund von Mangelernährung gemeldet hatten.

Ärzte ohne Grenzen hat in Baie d'Orange ein therapeutisches Ernährungszentrum aufgebaut und behandelte dort bislang etwa 100 Kinder am Tag. An den ersten beiden Behandlungstagen wurden 30 Kinder als schwer mangelernährt und 25 als mäßig mangelernährt eingestuft. Einige der schwer mangelernährten Kinder wurden in die Klinik von Ärzte ohne Grenzen in Martissant, in der Hauptstadt Port-au-Prince, oder in andere Krankenhäuser im Land überwiesen. Im Moment sind in der Klinik in Martissant 14 schwer mangelernährte Kinder. Ein Kind ist gestorben.

In jüngster Zeit zeigen die Untersuchungen der Kinder sehr viel weniger kritische Fälle, und im Moment scheint die Situation im Distrikt Belle Anse insgesamt nicht alarmierend zu sein. Es gibt Gegenden mit schwerer Mangelernährung. Die Situation scheint insgesamt aber nicht wesentlich schlimmer als vor den Hurrikans im September. Die Teams werden sich nun auf den Weg in den äußersten Osten des Distriktes machen, um weitere potentiell von Mangelernährung betroffene Kinder zu finden.