Philippinen

Taifun Haiyan: Aufblasbares Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Tacloban nimmt Betrieb auf

In Guiuan werden Hilfsgüter entladen.

Im fertig aufgebauten aufblasbaren Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen wurden die ersten Patienten behandelt. Die Klinik mit 50 Betten wurde auf dem Gelände des zerstörten Bethany-Krankenhauses aufgestellt. Mittlerweile sind rund 200 Mitarbeiter der Organisation in den Philippinen im Einsatz, die in fünf Regionen auf den Inseln Leyte, Samar und Panay medizinische Hilfe leisten. Ihre Priorität ist es weiterhin, Patienten in abgelegenen Regionen zu erreichen. Hunderte Tonnen Hilfsgüter wurden bereits zu den Bedürftigen gebracht.

"Unser aufblasbares Krankenhaus hat heute den Betrieb aufgenommen, nachdem das Team zwei Tage lang rund um die Uhr gearbeitet hat. Die ersten Patienten mussten wegen Wundinfektionen behandelt werden, viele kamen auch mit allgemeinen gesundheitlichen Problemen zu uns, die nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Taifun stehen, aber bisher nicht behandelt werden konnten. Der OP-Saal ist auch einsatzbereit, die erste Operation wird vermutlich ein Kaiserschnitt sein", sagt der Pressereferent Yann Libessart von Ärzte ohne Grenzen. Die Klinik soll unter anderem die Zweitversorgung von Verletzten zu übernehmen, die nach dem Taifun zunächst nur provisorisch behandelt werden konnten.

Kliniken in Zelten und Krankenhausunterstützung

Ärzte ohne Grenzen hat mittlerweile 192 internationale Mitarbeiter auf den Philippinen im Einsatz. Sie leisten in fünf Regionen auf den Inseln Leyte, Samar und Panay medizinische Hilfe und haben mehr als 1.000 Patienten behandelt. Ihre Priorität ist es weiterhin, Patienten in abgelegenen Regionen zu erreichen. Mobile Kliniken sind etwa auf Leyte in der Umgebung der Städte Ormoc, Burauen und Tacloban und auf Panay im Gebiet von Estancia, Carles und San Dionisio im Einsatz. Auf der Insel Samar ist ein Team mit einem Boot in abgelegenen Küstenorten unterwegs. In mehreren Städten haben die Teams Kliniken in Zelten oder in Evakuierungszentren eingerichtet oder unterstützen die philippinischen Krankenhäuser, die oft schwer beschädigt sind und nur in eingeschränktem Maß die Behandlung wiederaufnehmen konnten.

Zelte und Hilfsgüter an hunderte Familien verteilt

Trotz schwerer Schäden an Flughäfen, Straßen und Häfen haben die Teams hunderte Tonnen Hilfsgüter zu den Bedürftigen gebracht. An Hunderte Familien wurden Zelte und andere Hilfsgüter verteilt. Im Hafen von Estancia auf der Insel Panay hat der Taifun einen Ölkahn beschädigt, so dass Öl ins Meer auslief. Etwa 500 Familien, die in Hafennähe leben, hatten als Folge mit giftigen Dämpfen zu kämpfen. Ärzte ohne Grenzen arbeitet gemeinsam mit den Behörden daran, die Menschen umzusiedeln und wird sie mit Notunterkünften, Trinkwasser und medizinischer Hilfe versorgen.

Wir bedanken uns herzlich für die große Unterstützung, die wir für unsere Nothilfe in den Philippinen nach dem Taifun Haiyan erhalten haben! Dank der weltweit großen Spendenbereitschaft ist die Finanzierung unserer Projekte dort bereits gesichert. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie unsere Hilfe in rund 70 Ländern der Welt mit einer Spende ohne Zweckbindung weiterhin unterstützen. So machen Sie es möglich, dass wir schnell und flexibel dort helfen können, wo wir am meisten gebraucht werden.