Philippinen

Taifun Hagupit schwächt ab – Teams von Ärzte ohne Grenzen werden Situation auf Insel Samar erkunden

Das chirurgische Team von Ärzte ohne Grenzen steht seit dem Wochenende für einen sofortigen Einsatz bereit.

Da der Grad der Zerstörung und der mögliche medizinische Bedarf auf der Insel Samar im Zusammenhang mit dem Taifun Hagupit noch unklar sind, bereiten sich die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Tacloban darauf vor, morgen Teile der Insel zu erkunden. Das Team wird mit dem Auto den Südwesten von Samar entlangfahren und anschließend weiter in den Osten der Insel nach Taft. Das chirurgische und das Koordinationsteam von Ärzte ohne Grenzen sind einsatzbereit in Manila, können aber wegen der schlechten Wetterbedingungen in Manila und den vom Taifun betroffenen Regionen noch nicht sofort aufbrechen.

Zurzeit ist geplant, dass einige der Mitarbeiter morgen nach Tacloban abreisen und das Koordinationsteam Samar erkundet. Zwei Hubschrauber stehen für Ärzte ohne Grenzen bereit. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Tacloban berichten inzwischen von einer leichten Beruhigung der Wetterbedingungen.

In dem Ort Palo, in dem Ärzte ohne Grenzen das Provinzkrankenhaus von Leyte unterstützt, konnte der Betrieb normal weitergehen. Alle Mitarbeiter sind wieder bei der Arbeit. Bis heute hat Ärzte ohne Grenzen 33 Frauen bei der Geburt begleitet, auch eine Kaiserschnitt-Geburt wurde durchgeführt. Weitere sechs Menschen wurden mit Verletzungen eingeliefert, die sie bei dem Taifun davongetragen hatten.

„Hier verläuft alles normal”, berichtet der Projektkoordinator Elvis Otieno. „Der Betrieb läuft, und es werden weiterhin Patienten eingeliefert. Die Menschen sind wieder auf den Straßen und auch Autos können wieder fahren.“

Situation unterscheidet sich vom vergangenen Jahr

Der Taifun Hagupit scheint nicht so stark zu sein, wie zunächst befürchtet und hat sich seit dem Wochenende abgeschwächt. Allerdings bleibt unklar, wie stark die Zerstörungen auf den Philippinen sind. „Die Situation unterscheidet sich deutlich vom vergangenen Jahr”, sagt Olivier Aubry, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen für die Philppinen. „Im Vergleich zum Taifun Haiyan, der der Kategorie fünf zugeordnet war, hat Taifun Hagupit nur Kategorie drei mit deutlich schwächeren Stürmen und Regenfällen.”

Der Taifun Hagupit, der am Sonntagabend im  Osten der Insel Samar und der dortigen Stadt Dolores auf Land traf, ist inzwischen zur Insel Marinduque in den Nordwesten von Torrijo gezogen. Der abgeschwächte Taifun wird inzwischen als Kategorie eins eingeordnet und ist damit mit einem tropischen Sturm zu vergleichen.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit dem Jahr 2013 im Osten Visayas Hilfe für die Menschen auf den Philippinen, die Opfer des Taifuns Haiyan wurden.