Kamerun

Normalität kehrt nur langsam zurück - Hilfe geht weiter

In dieser Woche führte Ärzte ohne Grenzen eine Impfaktion gegen Masern durch und versorgte Tausende von Menschen an zwei Standorten der Grenzstadt Kousseri in Kamerun mit Hilfsgütern. Darüber hinaus bietet die Organisation Flüchtlingen weiterhin kostenlose medizinische Versorgung, zwei Chirurgenteams sind noch in Kousseri und N'Djamena tätig.

Entspannung in N`Djamena

In der Hauptstadt des Tschad hat sich seit Beginn der Woche die Lage schnell normalisiert, die Einwohner gehen zur Arbeit, die Geschäfte öffnen wieder, der Verkehr in den Straßen verläuft normal und das Mobiltelefonnetz ist wieder funktionsfähig. Aber dennoch bleibt die Lage gespannt und die Menschen bleiben den Straßen nachts immer noch fern.

Seit Ausbruch der Krisen hat Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus Bon Samaritain mehr als 120 Verwundete behandelt. Heute liegen immer noch 20 Patienten auf der chirurgischen Station, die von der Organisation betrieben wird.

Im Rest der Stadt haben die meisten medizinischen Einrichtungen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Ärzte ohne Grenzen spendete dem allgemeinen Krankenhaus, dem wichtigsten der Stadt, Medikamente und medizinisches Material und versorgte es mit einem Vorrat für den Fall einer neuen Krise.

Kamerun bleibt Zufluchtsort

Einige der Tausenden von Flüchtlingen, die nach wie vor in der Grenzregion ausharren, haben eine Unterkunft gefunden, doch viele andere leben seit nunmehr zehn Tagen unter freiem Himmel. Da bisher keine offizielle Registrierung stattfand und sich die Flüchtlinge unter die ansässige Bevölkerung gemischt haben, ist es sehr schwierig, die Zahl der Flüchtlinge genau zu beziffern.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen impften mehr als 5.600 Kinder gegen Masern. Außerdem versorgten sie über 3.600 Familien mit Hilfsgütern wie Decken, Plastikfolien, Kanistern, Seife und Moskitonetzen. Das Team errichtete einige Wasserausgabestellen in den Flüchtlingslagern. Eines davon ist in 32 km Entfernung von Kousseri. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) will noch an diesem Wochenende Flüchtlinge dorthin umsiedeln.

Ärzte ohne Grenzen bietet in drei Krankenhäusern in der Stadt sowie in der Ambulanz des Zentralkrankenhauses von Kousseri weiterhin kostenlose medizinische Versorgung an. Täglich finden in diesen Einrichtungen im Schnitt 400 Konsultationen statt. Ein Chirurgenteam ist nach wie vor im Zentralkrankenhaus tätig.

Hilfe für Flüchtlinge im Ost-Tschad

Ärzte ohne Grenzen hatte im Osten des Tschad aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Lage etliche Aktivitäten eingeschränkt. Jetzt kehrt langsam wieder Normalität ein. Die Mitarbeiter bieten den sudanesischen Flüchtlingen und den Tschadern, die entweder vertrieben wurden oder in Abeche, Adre, Farchana, Goz Beida, Dogdoré, Guereda, Iriba und Am Timan wohnen, primäre und sekundäre Gesundheitsversorgung, psychosoziale Pflege, Wasser und Hygieneeinrichtungen.

In der Region Birak an der Grenze zum Sudan ist in der vergangenen Woche im Anschluss an eine große Militäroffensive in Darfur eine neue Welle mit mindestens 7.000 Flüchtlingen aus dieser Region eingetroffen. Ärzte ohne Grenzen hilft den Flüchtlingen mit medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Hilfsgütern. Gleichzeitig versucht ein Team zu den Menschen, die in den Kampfgebieten in Darfur geblieben sind, durchzukommen.

Zurzeit arbeiten 20 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in N'Djamena, 20 weitere helfen den Flüchtlingen in Kamerun.