Neue Zusagen für die globale Impfallianz GAVI - Geber sagen mehr als 4 Milliarden Dollar zu

Das Ziel der Impf-Allianz GAVI (Global Alliance for Vaccines and Immunisation) für die Geberkonferenz am gestrigen Montag war, insgesamt 3,7 Milliarden US-Dollar bis 2015 zu sammeln. Das jetzt vorliegende Ergebnis geht mit 4,3 Milliarden US-Dollar sogar noch deutlich darüber hinaus.

Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, hierzu: "Wir begrüßen die erhöhten Zusagen der Geberländer. Dieses Geld wird dazu beitragen, dass mehr Kinder geimpft und Leben gerettet werden können. Wir kritisieren allerdings weiterhin die fehlende Lösung des offensichtlichen Interessenkonfliktes innerhalb der Allianz. Mehr Geld alleine ist noch keine Lösung. Es könnten deutlich mehr Kinder für das gleiche Geld geimpft werden, wenn die Strukturen innerhalb der Allianz reformiert werden würden. Das Finanzloch im Vorfeld der Geberkonferenz kam unter anderem dadurch zustande, dass GAVI von großen Pharmakonzernen des Nordens teurere Impfstoffe kauft, anstatt auf günstigere Produkte von Firmen zum Beispiel aus Indien zurückzugreifen. Hierbei drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass dies auch auf die enge Verflechtung zwischen GAVI und den großen Pharmakonzernen zurückzuführen ist. So verfügte beispielsweise der britische Konzern GSK, der viele Impfdosen an GAVI verkauft, über einen Sitz im GAVI Vorstand. - Jetzt werden sie durch die Pharmafirma Crucell ersetzt, die einen noch größeren Anteil Ihres Umsatzes mit Lieferungen an GAVI bestreitet."