Ärzte ohne Grenzen unterstützt Gesundheitseinrichtungen

Naher Osten

Ärzte ohne Grenzen unterstützt bereits seit März letzten Jahres Gesundheitseinrichtungen in Amran, Saada und Khamir. Die Teams sind vorbereitet, bei Bedarf auch an anderen Orten einzuspringen, um Verletzte zu versorgen.

Seit dem Beginn der Unruhen in Ländern Nordafrikas und im Nahen Osten unterstützt Ärzte ohne Grenzen Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen, in denen die Mitarbeiter mit steigenden Zahlen von Verletzten konfrontiert sind. Die Teams stehen außerdem Menschen bei, die in benachbarte Länder fliehen.

Jemen

Im Jemen verfolgt Ärzte ohne Grenzen seit dem Beginn der Demonstrationen im Januar genau die Entwicklung der Situation im Land. In Sanaa, Aden und Taizz, sind die Teams sowohl mit den jemenitischen Behörden in Kontakt als auch mit den medizinischen Kommissionen, die von den Demonstranten eingerichtet worden sind. In den vergangenen Wochen stellte Ärzte ohne Grenzen medizinisches Material zur Verfügung und schulte das medizinische Personal in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen der drei Orte. Im Moment können die staatlichen Gesundheitseinrichtungen und die der Demonstranten die Bedürfnisse abdecken und die Verwundeten versorgen. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen sind in Bereitschaft, ihre Hilfsaktivitäten zu verstärken, wenn ihre unabhängig und neutral durchgeführte Untersuchung ergibt, dass es einen Bedarf dafür gibt.

Die regulären medizinischen Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen an verschiedenen Orten im Jemen gehen weiter. Im Norden des Landes bietet Ärzte ohne Grenzen Gesundheitsversorgung (inklusive Chirurgie) für die ansässige Bevölkerung und für Vertriebene in den Provinzen Saada, Haddscha und Amran an. Im Süden unterstützt Ärzte ohne Grenzen das öffentliche Krankenhaus im Distrikt Radfan, um dort den Menschen zu helfen, die von den Unruhen in der Provinz Lahidsch betroffen sind. Zusammen mit den jemenitischen Gesundheitsbehörden arbeitet Ärzte ohne Grenzen auch an der Verbesserung der Behandlung von Aidspatienten in der Hauptstadt Sanaa und versucht, ihre Stigmatisierung zu reduzieren.

Bahrain

In Bahrain ist Ärzte ohne Grenzen in Kontakt mit einigen Gesundheitseinrichtungen. Die Organisation ist bereit zu helfen, wenn Unterstützung gebraucht wird. Schon früher in diesem Jahr hat ein Evaluierungsteam Kontakt mit medizinischen Organisationen im Land aufgenommen. Das Team besuchte mehrmals das Salmanya-Krankenhaus in der Hauptstadt Manama und bot Hilfe an.

Syrien

Auch in Syrien, wo vor wenigen Tagen in der Stadt Deraa ebenfalls Unruhen begannen, verfolgt Ärzte ohne Grenzen die Lage. Seit 2009 bietet die Organisation in Damaskus zusammen mit einer lokalen Organisation Gesundheitsversorgung und psychologische Betreuung für irakische Flüchtlinge ohne Papiere, für Migranten und andere verletzliche Gruppen an.

Algerien

In Algerien hat ein Erkundungsteam von Ärzte ohne Grenzen im März Kontakt zum Gesundheitsministerium und zu Nichtregierungsorganisationen aufgenommen. Ziel war es, eine mögliche Zusammenarbeit im Falle von Gewaltausbrüchen zu evaluieren. Bis jetzt war noch keine Intervention von Ärzte ohne Grenzen nötig.

Tunesien

Während der Aufstände in Tunesien hat Ärzte ohne Grenzen die lokalen medizinischen Strukturen unterstützt. Im Januar stellte die Organisation Krankenhäusern in Kasserine und Sidi Bouzid in Tunesien medizinische Ausrüstung inklusive orthopädischer Materialien zur Verfügung. In beiden Krankenhäusern waren die Vorräte während der Demonstrationen fast erschöpft.

Ägypten

Auch während der Proteste am Tahrir-Platz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo stellte Ärzte ohne Grenzen ägyptischen Ärzten in zwei Krankenhäusern und einer improvisierten Klinik der Demonstranten in einer Moschee medizinisches Material zur Verfügung. Das Team schulte das Personal, wie mit einer großen Zahl an Verletzten umgegangen werden kann. Außerdem half es dabei, zusätzliche Systeme zur Vorbereitung auf Notfälle einzurichten.