Philippinen

Nach Taifunen und Überschwemmungen hilft Ärzte ohne Grenzen den Menschen auf der Insel Luzon

Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Hilfe auf der Insel Luzon in der philippinischen Provinz Bulacan, wo in sechs tiefer gelegene Gebieten die aufeinanderfolgenden Taifune "Nesat" und "Nalgae" zu Flutwellen und Überschwemmungen geführt haben.

Sofort nach den Taifunen hat das Nothilfeteam, bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern und Logistikern, Anfang Oktober mit der medizinischen Hilfe begonnen. Obwohl die meisten der von der Regierung betriebenen Evakuierungszentren in den betroffenen Gebieten bereits wieder aufgelöst werden, hat Ärzte ohne Grenzen in sechs noch überschwemmten Gebieten in der Provinz Bulacan (Bulusan, San Jose, Panducot, Sapang Bayan, St Lucia, Meyto) gesehen, dass die Menschen hier nur schwer zu erreichen sind und lediglich eingeschränkt Zugang zu Gesundheitsversorgung haben.

Zwei mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen (dazu gehören zwei Ärzte, zwei Krankenschwestern sowie zwei Hebammen vom Gesundheitsministerium) versorgen in Bulacan die Bevölkerung mit basismedizinischer Hilfe. Patienten, deren Zustand lebensbedrohlich ist und die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, werden mit dem Rettungswagen des Gesundheitsministeriums ins zwanzig Minuten entfernte Provinzkrankenhaus gebracht.

Medizinische Unterstützung und Versorgung mit Hilfsgütern

"Unsere mobilen Kliniken sind per Boot und Auto in Gebiete gefahren, die noch komplett überschwemmt waren, manchmal bis zu zwei Stockwerke hoch", sagt Pierluigi Testa, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Das Team kümmert sich nun um den Ernährungszustand der Kinder unter fünf Jahren, denn fast die gesamte Reisernte der Region wurde zerstört, einschließlich der nächsten Ernte. Zudem beobachten die Teams etwaige Ausbrüche von akuten wässrigen Durchfall-Erkrankungen und Leptospirose (einer bakteriellen Infektion)."

Ärzte ohne Grenzen führt außerdem epidemiologische Nachversorgung in Übergangslagern durch, unterstützt die Funktionsfähigkeit der übrig gebliebenen medizinischen Zentren und füllt, wenn nötig, deren Versorgungslücken an Medikamenten und Ausrüstung auf.

In weiteren Regionen einschließlich der Städte Hagony sowie Tarlac wird Ärzte ohne Grenzen die medizinischen Bedürfnisse noch untersuchen. Die Teams besuchten bereits die Bezirkskrankenhäuser Malolos, Hagonys sowie Calumpits, in denen die Gesundheitsversorgung nur eingeschränkt funktioniert. Neben der medizinischen Unterstützung geht es auch um die Versorgung mit Hilfsgütern. Bisher wurden 800 Wasserkanister verteilt.

Da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass weitere tropische Tiefdruckgebiete die Philippinen erreichen werden, bleibt ein Team von Ärzte ohne Grenzen in Bereitschaft für weitere Einsätze vor Ort.